Bienen und andere bestäubende Insekten sichern einen großen Teil unserer Ernährung, weil sie Obst, Gemüse, Nüsse und viele andere Nutzpflanzen bestäuben. Ohne sie würden Ernten deutlich kleiner ausfallen, Lebensmittel teurer werden und die Vielfalt auf unseren Tellern schrumpfen.

Ihr Schutz ist deshalb nicht nur wichtig für die Natur, sondern auch für eine stabile und gesunde Lebensmittelversorgung. Beim Einkauf im Supermarkt kannst du mit gezielten Produktentscheidungen dazu beitragen, Insekten und Bestäuber zu unterstützen – Bio-Produkte sind dabei ein sinnvoller Ansatzpunkt. Welche Zahlen stecken dahinter und worauf kommt es beim Kauf wirklich an?

 

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) sind drei Viertel aller Kulturpflanzen weltweit zumindest teilweise auf Bestäubung angewiesen. 
  • Die Bestäubungsleistung der Bienen in Deutschland beziffert der Deutsche Imkerbund auf rund 2 Milliarden Euro pro Jahr.

Warum hat dein Einkaufskorb überhaupt Einfluss auf Insekten?

Kurzantwort: Weil ein erheblicher Teil unserer Nahrungspflanzen auf Bestäubung durch Insekten angewiesen ist, beeinflusst die Nachfrage nach bestimmten Produkten indirekt, wie Anbauflächen bewirtschaftet werden.

Rund 67 Prozent der weltweit bedeutsamen Nahrungspflanzen sind nach vorliegenden Einschätzungen auf Insektenbestäubung angewiesen. Das betrifft nicht nur exotische Früchte, sondern auch heimische Kulturen wie Raps, Obstbäume und viele Gemüsesorten. Laut Deutschem Imkerbund liegt die wirtschaftlich bezifferbare Bestäubungsleistung der Bienen in Deutschland bei rund 2 Milliarden Euro pro Jahr – eine Größenordnung, die zeigt, wie eng Landwirtschaft und Insektenpopulationen miteinander verknüpft sind.

Wenn du im Supermarkt zu Produkten aus insektenfreundlicheren Anbausystemen greifst, sendest du als Verbraucher:in ein Marktsignal an die Lieferkette.

Was sagen die Zahlen zum Bio-Markt – und was bedeutet das für Bestäuber?

Kurzantwort: Der Bio-Markt in Deutschland ist deutlich gewachsen. Das könnte mehr Anbauflächen ohne synthetische Pestizide bedeuten – ein Zusammenhang mit der Insektenvielfalt ist plausibel, aber komplex.

Der Anteil von Biolebensmitteln am deutschen Markt betrug laut Foodwatch 2023 etwa 6,3 Prozent udn ist somit nach wie vor eine relativ kleine Nische. Der Gesamtumsatz mit Biolebensmitteln in Deutschland erreichte 2024 einen Wert im zweistelligen Milliardenbereich. Dieses Wachstum kann möglicherweise dazu beitragen, dass mehr landwirtschaftliche Flächen nach ökologischen Standards bewirtschaftet werden – Flächen, auf denen bestimmte Pflanzenschutzmittel wie Neonicotinoide nicht eingesetzt werden dürfen. Ob und in welchem Ausmaß das lokal zu mehr Insektenvielfalt führt, hängt von vielen weiteren Faktoren ab; Korrelation und Kausalität sind hier nicht immer trennscharf.

Dennoch gilt: Wer regelmäßig Bio kauft, trägt zur Nachfrage nach diesen Anbausystemen bei. Unser Wiki hilft dir, bei einzelnen Gemüsesorten Herkunft und Anbauweise besser einzuordnen.

Welche konkreten Produkte lohnen sich beim Kauf besonders?

Kurzantwort: Obst, Gemüse und Nüsse aus biologischem Anbau sind eine praktische Wahl, weil gerade diese Kulturen stark von Bestäubern abhängen.

Bei der Frage nach konkreten Produkten zeigt sich: Bestäubungsabhängige Kulturen wie Äpfel, Beeren, Zucchini oder Mandeln sind besonders eng mit Insektengesundheit verknüpft. Bio-Versionen dieser Produkte stammen aus Anbausystemen, in denen synthetische Insektizide regulatorisch ausgeschlossen sind. Ein guter Einstieg ist deshalb, beim nächsten Einkauf bewusst bei diesen Kategorien auf Bio umzusteigen.

So musst du nicht den gesamten Einkauf sofort umstellen und kannst dennoch etwas bewirken. Wenn du zusätzlich auf saisonale Produkte achtest, gilt das umso mehr. Unser Saisonkalender zeigt dir, was gerade regional Saison hat.

Konkrete Handlungsempfehlung: Starte beim nächsten Einkauf mit drei Bio-Produkten, die du ohnehin kaufst: Bio-Obst, Bio-Gemüse und Bio-Nüsse. Diese stammen aus Anbausystemen ohne Neonicotinoide und können so direkt die Nachfrage nach bestäuberfreundlicheren Anbauflächen stärken.

Häufige Fragen

Ist Bio automatisch gut für Insekten?

Bio-Anbau schließt bestimmte synthetische Pestizide aus, was Insekten zugutekommt. Ob das in jedem Einzelfall zu mehr lokaler Artenvielfalt führt, hängt aber auch von Faktoren wie Landschaftsstruktur und Betriebsgröße ab. Bio ist sicher ein hilfreicher Anhaltspunkt, aber kein Allheilmittel.

Welche Nahrungspflanzen sind besonders auf Insekten angewiesen?

Laut Schätzungen sind etwa zwei Drittel der weltweit wichtigen Kulturpflanzen auf Bestäubung angewiesen – darunter viele Obst- und Gemüsesorten sowie Nüsse. Getreide wie Weizen ist dagegen weitgehend windbestäubt.

Lohnt sich Bio, wenn es teurer ist?

Das hängt von deinen Prioritäten ab. Ein schrittweiser Umstieg – beginnend bei stark bestäubungsabhängigen Produkten – kann ein praktikabler Mittelweg sein, ohne das Budget allzu stark zu belasten.

Schau dir beim nächsten Supermarktbesuch gezielt die Bio-Alternativen bei Obst und Gemüse an – und nutze unseren Saisonkalender, um gleichzeitig regional und saisonal einzukaufen.

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Quellen & Grundlagen

  • Deutscher Imkerbund — Angaben zur wirtschaftlichen Bestäubungsleistung der Bienen in Deutschland
  • Fachliteratur zur Bestäubungsökologie — Anteil bestäubungsabhängiger Nahrungspflanzen weltweit
  • Branchenberichte Biolebensmittel Deutschland — Marktanteil und Umsatzentwicklung 2008–2024

Stand: 2026. Alle Angaben nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Erstellung.