Ein Grad weniger Raumtemperatur kann die Heizkosten um etwa 6 Prozent senken – ohne großen Aufwand und ohne echten Komfortverlust. Wer gezielt in verschiedenen Räumen die Temperatur anpasst, spart spürbar Geld und Energie.
Heizen macht den größten Teil der Energiekosten im Haushalt aus – deutlich mehr als Strom für Beleuchtung oder Geräte. Gerade in Mietwohnungen lässt sich hier oft schneller und einfacher sparen als anderswo. Der erste Schritt ist denkbar simpel: Die Raumtemperatur um ein paar Grad anpassen. Was das konkret bringt und wie es in der Praxis funktioniert, erklärt dieser Artikel.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Pro Grad Celsius Absenkung der Raumtemperatur können die Heizkosten um rund 6 Prozent sinken.
- Der WWF empfiehlt für Wohnzimmer und Kinderzimmer 20 Grad Celsius – für Schlafräume reichen laut WWF bereits 17 Grad Celsius.
- Damit es in wenig beheizten Räumen nicht zu Feuchtigkeitsproblemen kommt, sollten diese mindestens 16 Grad Celsius erreichen.
Wie viel spart man wirklich durch ein Grad weniger?
Die gute Nachricht zuerst: Beim Heizen zu sparen muss nicht bedeuten, in der Kälte zu sitzen. Schon eine moderate Absenkung kann einen spürbaren Unterschied auf der Jahresabrechnung machen. Fachleute und Verbraucherschutzorganisationen gehen davon aus, dass die Heizkosten pro Grad Celsius Absenkung um rund 6 Prozent sinken können. Das klingt zunächst wenig – aber wer in mehreren Räumen die Temperatur anpasst oder konsequent nachts absenkt, kommt schnell auf Einsparungen im Bereich von 5 bis 10 Prozent der gesamten Heizkosten. Gerade in Mietwohnungen, wo man keine neue Heizungsanlage einbauen kann, ist das einer der wenigen Hebel, die unmittelbar und ohne Investitionen wirken.
Die Einsparungen hängen dabei von verschiedenen Faktoren ab: Wie gut ist das Gebäude gedämmt? Wie kalt ist es draußen? Wie viele Räume werden tatsächlich abgesenkt? Die genannten Prozentwerte sind daher als Orientierung zu verstehen, nicht als genaues Ergebnis. Dennoch: Ein bewusster Umgang mit der Raumtemperatur gehört zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, die Mieterinnen und Mieter selbst in der Hand haben.
Welche Temperaturen sind optimal für verschiedene Räume?
Nicht jeder Raum braucht die gleiche Temperatur. Das klingt selbstverständlich, wird im Alltag aber oft vernachlässigt.
Wer im Wohnzimmer auf der Couch liest, braucht eine andere Umgebungstemperatur als jemand, der schläft. Laut WWF sind 20 Grad Celsius für Wohnzimmer und Kinderzimmer eine sinnvolle Zielgröße. Für Schlafräume empfiehlt der WWF 17 Grad Celsius – viele Menschen schlafen bei kühleren Temperaturen sogar besser, weil der Körper nachts weniger Wärme benötigt. Die Obergrenze im Schlafzimmer liegt dabei bei etwa 18 Grad Celsius. Wer bisher gewohnt ist, überall deutlich wärmer zu heizen, wird beim Absenken der Temperatur anfangs einen Unterschied bemerken – nach ein paar Tagen passt sich das Empfinden aber meist an. Besonders hilfreich ist es, Heizkörper nicht durch Möbel oder Vorhänge zu verdecken, da die Wärme sonst nicht gleichmäßig im Raum verteilt wird.
Auch das konsequente Schließen von Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen hilft, Wärme dort zu halten, wo sie gebraucht wird. Für Badezimmer, wo man sich oft nur kurz aufhält, kann die Temperatur ebenfalls gezielt reduziert werden – Hauptsache, der Raum bleibt nicht dauerhaft kalt. Ein Blick auf den CO₂-Rechner kann helfen einzuschätzen, wie sich das eigene Verhalten auf den persönlichen ökologischen Fußabdruck auswirkt.
Wie kann man Feuchtigkeitsprobleme bei niedrigeren Temperaturen vermeiden?
Ein häufiges Bedenken beim Reduzieren der Temperatur: Kann das zu Schimmel führen? Diese Sorge ist nicht unbegründet, aber mit etwas Wissen gut handhabbar.
Schimmel entsteht vor allem dort, wo warme, feuchte Luft auf kalte Wänden oder Oberflächen trifft. Das passiert besonders dann, wenn Räume über längere Zeit sehr stark ausgekühlt werden. Wohnungsgesellschaften und Energieberater empfehlen daher, auch wenig genutzte Räume nicht vollständig auskühlen zu lassen.
Als Faustformel gilt: mindestens 16 Grad Celsius sollten auch in selten genutzten Zimmern gehalten werden. Wer also das Gästezimmer oder den Flur deutlich kühler hält als den Rest der Wohnung, sollte die Thermostate dort nicht ganz zudrehen. Ergänzend hilft richtiges Lüften: Kurzes, kräftiges Stoßlüften – zwei- bis dreimal täglich für einige Minuten – ist deutlich effektiver als dauerhaft gekippte Fenster. Beim Kippen der Fenster kühlen die Wände aus, ohne dass genug Luftaustausch stattfindet. Wer beides kombiniert – Temperatur moderat halten und regelmäßig lüften – minimiert das Schimmelrisiko auch in kühleren Räumen erheblich.
Wie lässt sich die Temperaturabsenkung einfach umsetzen?
Wer nicht jeden Morgen und jeden Abend manuell am Thermostat drehen möchte, sollte über programmierbare oder smarte Thermostate nachdenken. Diese Geräte sind oft bereits für wenige Euro erhältlich und lassen sich in Mietwohnungen unkompliziert installieren, da sie schlicht den vorhandenen Heizkörperthermostat ersetzen. Einmal eingestellt, senken sie die Temperatur automatisch ab – etwa nachts oder tagsüber, wenn niemand zu Hause ist – und heizen rechtzeitig vor dem Aufwachen oder Heimkommen wieder hoch. So lassen sich mögliche Einsparungen von 5 bis 10 Prozent dauerhaft und ohne täglichen Aufwand realisieren. Wer keine smarten Geräte möchte, kann auch mit einfachen mechanischen Zeitschaltuhren am Thermostat arbeiten.
Wichtig ist nur: Die Temperartursenkung sollte nicht zu extrem sein – wer tagsüber die Heizung komplett abschaltet und dann abends wieder stark aufdreht, verbraucht unter Umständen mehr Energie als bei einer moderaten Dauertemperatur. Stabiles, moderates Heizen ist effizienter als starke Schwankungen.
Ein weiterer einfacher Tipp: Heizkörper regelmäßig entlüften. Wenn Luft im System ist, kann das Wasser nicht richtig zirkulieren – der Heizkörper bleibt oben kalt und unten warm. Durch Entlüften wird die Heizfläche vollständig genutzt, was die Effizienz verbessert, ohne dass die Temperatur erhöht werden muss.
Konkrete Handlungsempfehlungen für die Mietwohnung
- Wohnzimmer auf 20 Grad Celsius einstellen – das entspricht der Empfehlung des WWF für Aufenthaltsräume und ist für die meisten Menschen ausreichend komfortabel.
- Schlafzimmer auf 17 bis 18 Grad Celsius absenken – laut WWF ist 17 Grad Celsius für Schlafräume empfehlenswert; die Obergrenze liegt bei 18 Grad Celsius.
- Wenig genutzte Räume nicht unter 16 Grad Celsius auskühlen lassen – das verringert das Risiko von Feuchtigkeitsproblemen und Schimmelbildung.
- Programmierbare Thermostate installieren – ermöglicht automatische Temperaturabsenkung und kann kontinuierlich Heizkosten sparen.
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