Ob eine Wärmepumpe im Altbau günstiger heizt als Gas, hängt vor allem an der Jahresarbeitszahl deiner Anlage und an deinem Strompreis. Zu Preisen des 1. Halbjahrs 2026 liegt sie im Betrieb vorn ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 1,8 mit günstigem Wärmepumpentarif, mit normalem Haushaltsstrom erst ab etwa 3,1. Ob dein Haus solche Werte schafft, zeigen vorab ein einfacher Test mit 55 Grad Vorlauf, der Gebäudecheck des Umweltbundesamts und eine unabhängige Beratung.
Die Gasheizung ist in die Jahre gekommen, das Haus auch. Lohnt sich da eine Wärmepumpe, oder ist dein Altbau einfach zu alt dafür? Die Antwort steckt in deinem Haus. Und du kannst ihr schon vor dem ersten Angebot ziemlich nahe kommen. Dafür brauchst du keine Prognose, sondern ein paar Werte aus deinem Heizungskeller und deiner Gasrechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe im Jahresschnitt aus einer Kilowattstunde Strom macht. Ab 3 gilt sie als effizient.
- Luft-Wärmepumpen in Altbauten erreichten in Feldtests im Mittel eine JAZ von 2,4 bis 3,1, die besten Anlagen über 4.
- Entscheidend ist die Vorlauftemperatur. Faustregel der Verbraucherzentralen: Das Haus ist geeignet, wenn sie möglichst ganzjährig unter 55 Grad liegen kann.
- Im Betrieb günstiger als Gas ist die Wärmepumpe zu Preisen des 1. Halbjahrs 2026 ab einer JAZ von etwa 1,8 (Strom für 22 Cent), 2,5 (30,55 Cent) oder 3,1 (37,97 Cent). Das ist kein Vollkostenvergleich.
- Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen samt Einbau lagen in einer Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zwischen 21.099 und 54.168 Euro.
- Die KfW gibt 30 Prozent Grundförderung, im Einfamilienhaus auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten, Selbstnutzende können Boni bekommen (Stand: Merkblatt 09/2026). Ab Februar 2027 sinken Höchstbetrag und Klimageschwindigkeitsbonus schrittweise.
Was sagt die Jahresarbeitszahl aus?
Eine Wärmepumpe holt Wärme aus Außenluft, Erdreich oder Grundwasser und braucht dafür Strom. Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, zeigt das Verhältnis über ein ganzes Jahr: abgegebene Wärme geteilt durch eingesetzten Strom, inklusive Verdichter und Hilfsantriebe. Ein Beispiel des Umweltbundesamts (UBA): Mit JAZ 3 werden aus 1 Kilowattstunde Strom und 2 Kilowattstunden Umgebungswärme 3 Kilowattstunden Heizwärme.
Verwechsle die JAZ nicht mit der Leistungszahl (COP) aus dem Prospekt. Der COP wird auf dem Prüfstand gemessen und gilt nur für einen einzigen Betriebspunkt. Über ein Jahr mit Frost und Übergangszeit sagt er wenig.
Welche Werte schaffen Luft-Wärmepumpen im Altbau?
Dazu gibt es Messungen aus echten Häusern. Das UBA hat Feldtests der vergangenen Jahre ausgewertet:
| Wärmepumpe | mittlere JAZ im Neubau | mittlere JAZ im Altbau |
|---|---|---|
| Luft-Wärmepumpe | 2,6 bis 3,3 | 2,4 bis 3,1 |
| Erd-Wärmepumpe | 3,2 bis 4,3 | 3,0 bis 3,7 |
Die besten Luft-Wärmepumpen kamen in beiden Gebäudearten auf über 4,0. Die große Spanne zeigt laut UBA vor allem eins: Viele Anlagen haben im Betrieb noch viel Luft nach oben. Gut optimiert, können auch sie Werte über 4 erreichen.
Dass Altbauten überhaupt mithalten, hat einen schlichten Grund. Heizkörper sind oft großzügig ausgelegt. Viele Häuser sind teilsaniert und haben zum Beispiel neue Fenster. Beides erlaubt niedrigere Heizwassertemperaturen, und genau die braucht eine Wärmepumpe.
Warum halten Herstellerangaben in der Praxis oft nicht?
Die Effizienzwerte im Datenblatt stammen aus Messungen unter Laborbedingungen. „In den meisten Fällen erreichen die Geräte die Laborwerte in der Praxis nicht“, schreiben die Verbraucherzentralen.
Die Verbraucherzentralen nennen für moderne Luft-Wärmepumpen eine JAZ zwischen 3 und 4. Das passt zu den besseren Altbau-Anlagen im Feldtest, nicht zum Durchschnitt. Rechne deshalb beim Planen mit einem vorsichtigen Wert, und frag kritisch nach, wenn dir ein Angebot für ein unsaniertes Haus eine JAZ von 4 verspricht. Ob deine Anlage später hält, was geplant war, zeigt erst die gemessene JAZ nach dem ersten Betriebsjahr.
Warum entscheidet die Vorlauftemperatur?
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das zu deinen Heizkörpern fließt. Sie hat bei der Wärmepumpe den größten Einfluss auf Effizienz und Stromverbrauch. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beziffert das: Jedes Grad weniger verbessert die Effizienz um drei bis vier Prozent.
Als Faustregel gilt: Ein Gebäude ist für eine Wärmepumpe geeignet, wenn die Vorlauftemperatur möglichst ganzjährig unter 55 Grad liegen kann. Das UBA weist auf den Haken hin. Fußbodenheizungen in gut gedämmten Häusern kommen mit weniger als 35 Grad aus, Heizkörper „nur mit gewissem Aufwand“ mit weniger als 55 Grad.
Der Aufwand ist aber oft kleiner als gedacht. Häufig reicht es, einzelne zu kleine Heizkörper gegen größere zu tauschen. In einer Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kostete der Tausch eines Heizkörpers im Mittel 679 Euro brutto (Angebote von Oktober 2024 bis Mai 2025). Wichtig ist danach ein hydraulischer Abgleich: Er verteilt die Wärme gleichmäßig und ermittelt die kleinstmögliche Vorlauftemperatur.
Wie prüfst du vorab, ob dein Haus geeignet ist?
Du kannst schon mit deiner jetzigen Gasheizung testen, wie dein Haus mit niedrigen Temperaturen klarkommt. Einen einfachen Selbsttest empfiehlt ein Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale.
Technische Orientierung, kein Gutachten:
- Wähle einen kalten Wintertag.
- Begrenze die Vorlauftemperatur der vorhandenen Heizung auf 55 Grad.
- Stell alle Thermostate an den Heizkörpern auf Stufe 3.
Werden alle Räume warm, reichen deine Heizkörper vermutlich für eine Wärmepumpe. Bleiben einzelne Räume kalt, kommen dort größere Heizkörper infrage. Bleibt es überall zu kühl, braucht das Haus vermutlich zuerst mehr Dämmung. Das klärt eine Beratung. Zur Einordnung: Liegt die benötigte Vorlauftemperatur bei 55 Grad oder darunter, ist ein effizienter Wärmepumpenbetrieb laut UBA „meist möglich“, berichtet die Stiftung Warentest.
Weißt du nicht, wo sich die Vorlauftemperatur an deiner Regelung einstellt, lass sie dir vom Fachbetrieb zeigen. Wohnst du zur Miete oder im Mehrfamilienhaus, ist das Sache von Vermietung oder Verwaltung.
Genauer wird es mit dem kostenlosen „Gebäudecheck Wärmepumpe“ des UBA. Das Onlinetool berechnet Raum für Raum, wie viel Wärme an einem kalten Tag gebraucht wird und ob der vorhandene Heizkörper das mit einer Wärmepumpe schafft. Du brauchst dafür Grundfläche, Deckenhöhe und Fenstermaße jedes Raums. Die Eingabe dauert laut Stiftung Warentest 15 bis 45 Minuten.
Beides ersetzt keine Planung. Lass dir die benötigte Heizleistung berechnen, bevor du einen Fachbetrieb beauftragst, am besten raumweise. Planst du ohnehin eine Sanierung, gehört die Heizung ans Ende. Erst dann passt sie zum neuen, geringeren Wärmebedarf.
Ab welcher Jahresarbeitszahl heizt die Wärmepumpe günstiger als Gas?
Das lässt sich zu heutigen Preisen ehrlich rechnen. Private Haushalte zahlten im 1. Halbjahr 2026 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 11,58 Cent je Kilowattstunde Gas, Grundpreis eingerechnet. Mit einem Nutzungsgrad von 95 Prozent kostet die Kilowattstunde Wärme damit rund 12,2 Cent. Bei der Wärmepumpe ergibt Strompreis geteilt durch JAZ den Wärmepreis. Daraus folgt die Schwelle, ab der sie im Betrieb günstiger ist als Gas:
| Strompreis je kWh | Bezug | Wärmepumpe günstiger als Gas ab JAZ |
|---|---|---|
| 22 Cent | günstige Wärmepumpentarife für Neukunden (Stiftung Warentest, 08.10.2026) | etwa 1,8 |
| 30,55 Cent | Haushalte mit mehr als 15.000 kWh Stromverbrauch im Jahr (1. Halbjahr 2026) | etwa 2,5 |
| 37,97 Cent | Durchschnitt Haushaltsstrom (1. Halbjahr 2026) | etwa 3,1 |
Die Rechnung: Strompreis mal 0,95 geteilt durch 11,58 Cent, nach derselben Methode wie eine eigene Schwelle des UBA. Den günstigen Wärmepumpentarif gibt es nur mit eigenem Zähler, und der hat einen eigenen Grundpreis. Ob der 22-Cent-Wert ihn enthält, geht aus der Quelle nicht hervor.
Leg das neben die Feldtests, und das Bild wird klar. Mit einem günstigen Wärmepumpentarif liegt selbst eine mittelmäßige Altbau-Anlage im Betrieb vorn. Mit normalem Haushaltsstrom bräuchte sie eine JAZ, die Luft-Wärmepumpen im Altbau im Mittel nur am oberen Rand erreichen. Ehrlich gesagt: Gegenüber einer durchschnittlichen Altbau-Anlage mit normalem Haushaltsstrom ist Gas heute im Betrieb nicht teurer.
Wichtig sind die Grenzen dieser Rechnung. In den Durchschnittspreisen für Gas und Strom ist der Grundpreis eingerechnet. Wartung, Schornsteinfeger, der zweite Zähler und die Anschaffung fehlen, es ist also kein Vollkostenvergleich. Und ob Preise in einigen Monaten günstiger oder teurer sind, lässt sich laut Stiftung Warentest „nicht seriös voraussagen“.
Was bringen Wärmepumpentarif und zweiter Zähler?
Spezielle Wärmepumpentarife gibt es nur, wenn die Wärmepumpe einen eigenen Stromzähler hat, getrennt vom Haushaltsstrom. Der Vorteil liegt vor allem bei den Netzentgelten. Sie sind laut Verbraucherzentrale im Schnitt rund 7 Cent je Kilowattstunde günstiger als beim normalen Haushaltstarif. Wie viel genau, legt jeder Netzbetreiber selbst fest.
Zum Prüfen von Heizkostenabrechnungen nennen die Verbraucherzentralen für 2026 einen Richtwert von 18 bis 42 Cent je Kilowattstunde Wärmepumpenstrom. Bei einer JAZ von 3 sind das 6 bis 14 Cent je Kilowattstunde Wärme.
Der zweite Zähler kostet aber auch. Dazu kommen ein monatlicher Grundpreis für den zweiten Vertrag und einmalige Kosten für den Zähler. Beträge dafür nennen die ausgewerteten Quellen nicht. Teuer werden kann der Umbau des Zählerschranks. Er war in der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nur in etwa einem Drittel der Angebote ausdrücklich enthalten.
Seit 2024 neu eingebaute Wärmepumpen müssen vom Netzbetreiber steuerbar sein, dafür gibt es Rabatte auf die Netzentgelte. Mit eigenem Zähler sinkt im Modul 2 der Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 Prozent, und der Netzentgelt-Grundpreis für den Zusatzzähler entfällt. Das lohnt sich laut Verbraucherzentrale grob ab etwa 4.000 Kilowattstunden Wärmepumpenstrom im Jahr. Das Modellhaus der Stiftung Warentest (unten) käme bei JAZ 3 auf 7.000 Kilowattstunden.
Was kostet die Wärmepumpe, und was zahlt die KfW?
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet. Sie entstanden zwischen September 2025 und April 2026. Das Ergebnis vom 2. Juli 2026:
- Gesamtkosten zwischen 21.099 und 54.168 Euro
- Mittelwert 36.397 Euro, Median 34.898 Euro
- wo einzeln ausgewiesen: Montage und Lohn im Mittel 6.634 Euro, Elektroinstallation im Mittel 2.767 Euro
Das ist eine Stichprobe aus einem Bundesland, keine Marktübersicht. Sie zeigt aber, wie viel ein genauer Vergleich bringen kann.
Gefördert wird der Tausch über die KfW mit dem Zuschuss „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude“ (Programm 458). Stand: Merkblatt 09/2026, Konditionen seit 21.07.2026:
- Grundförderung: 30 Prozent. Im Einfamilienhaus zählen höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten, also maximal 8.400 Euro Zuschuss.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent für Selbstnutzende. Er gilt beim Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung. Andere Gasheizungen zählen erst, wenn sie mindestens 20 Jahre alt sind. Die alte Anlage muss fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden.
- Einkommensbonus: 40, 30 oder 10 Prozent für Selbstnutzende mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro. Mit mindestens einem kindergeldberechtigten Kind steigen die Grenzen um 10.000 Euro.
- Obergrenze: zusammen grundsätzlich höchstens 70 Prozent. Bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro, mit kindergeldberechtigtem Kind bis 40.000 Euro, sind es bis zu 80 Prozent.
Für Anträge ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Höchstbetrag halbjährlich um 750 Euro. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt halbjährlich um 4 Prozentpunkte, ab dem 1. August 2028 gibt es ihn nicht mehr. Außerdem soll im 1. Quartal 2027 ein Wertschöpfungsbonus kommen. Für Wärmepumpen, die außerhalb der EU und assoziierter Märkte produziert wurden, „könnte die Grundförderung beispielsweise auf 15 % sinken“, schreibt die KfW. Details sollen im 2. Halbjahr 2026 folgen.
Zwei Bedingungen solltest du früh kennen. Die Anlage muss die Technischen Mindestanforderungen der KfW erfüllen, bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gehören Grenzwerte für die Geräusche des Außengeräts dazu. Und der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt sein. Dafür brauchst du eine „Bestätigung zum Antrag“ vom Fachbetrieb oder von Fachleuten für Energieeffizienz. Außerdem einen Vertrag, der erst mit der Förderzusage wirksam wird.
Was macht das im Jahr aus?
Im Modellhaus der Stiftung Warentest mit 140 Quadratmetern und 21.000 Kilowattstunden Wärmebedarf kostet die Wärme mit Gas rund 2.560 Euro im Jahr. Die Wärmepumpe braucht je nach JAZ so viel Strom:
| JAZ der Wärmepumpe | Strom im Jahr | Kosten bei 22 Cent | Kosten bei 37,97 Cent |
|---|---|---|---|
| 2,4 (untere Feldtest-Werte für Luft-Wärmepumpen im Altbau) | 8.750 kWh | rund 1.925 Euro | rund 3.322 Euro |
| 3,0 | 7.000 kWh | rund 1.540 Euro | rund 2.658 Euro |
| 3,6 (UBA-Rechenwert für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand 2024) | 5.833 kWh | rund 1.283 Euro | rund 2.215 Euro |
Mit 22 Cent liegt die Wärmepumpe in allen drei Fällen unter Gas, um rund 635 bis 1.280 Euro im Jahr. Mit 37,97 Cent ist sie nur bei JAZ 3,6 günstiger, um rund 345 Euro. Bei JAZ 3 kostet sie rund 100 Euro mehr, bei JAZ 2,4 rund 760 Euro. Das sind reine Energiekosten zu Preisen des 1. Halbjahrs 2026.
Dazu kommt die Anschaffung: im Mittel der Angebote 36.397 Euro vor Förderung, die KfW gibt 30 Prozent auf höchstens 28.000 Euro (Stand 09/2026). Für neue Gaskessel fanden wir keinen unabhängigen aktuellen Preis. Die Wartung der Wärmepumpe kostet laut Verbraucherzentrale etwa 150 bis 300 Euro im Jahr plus Arbeits- und Fahrtzeit, der Schornsteinfeger entfällt. Wer nach dem 29. Juli 2026 einen neuen Gas- oder Ölkessel in ein bestehendes Haus einbaut, muss die Biotreppe aus § 43 GModG erfüllen. Ab 2029 müssen dann mindestens 10 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl, Wasserstoff oder Ähnlichem stammen, bis 2040 steigt der Anteil stufenweise auf 60 Prozent. Teils geht das auch anders, etwa mit Solarthermie. Was das kostet, lässt sich heute nicht beziffern.
Warum nennen wir keine Jahreszahl, ab der sich die Wärmepumpe bezahlt macht? Eine Heizung läuft lange. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) setzt für Luft-Wasser-Wärmepumpen und wandhängende Gas-Brennwertkessel je 18 Jahre an, für bodenstehende 20. Ob sich die höhere Anschaffung in dieser Zeit ausgleicht, hängt an den Preisen für Gas, Strom und CO₂ in all diesen Jahren. Die kennt heute niemand. Das UBA empfiehlt deshalb eine „unabhängige und professionelle Wirtschaftlichkeitsrechnung über die Lebensdauer der Heizungsanlage“. Die macht die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit deinen Zahlen.
Und was bringt die Wärmepumpe fürs Klima?
Hier fällt die Rechnung deutlicher aus. Mit Vorkette, also inklusive Gewinnung und Transport des Gases, verursacht Gas nach UBA-Daten rechnerisch rund 255 Gramm Treibhausgase je Kilowattstunde Wärme. Der Strommix 2025 lag mit Vorketten bei 406 Gramm je Kilowattstunde Strom, vorläufig. Geteilt durch die JAZ ergibt das bei 2,4 rund 169 Gramm und bei 3,0 rund 135 Gramm je Kilowattstunde Wärme. Schon eine mäßige Altbau-Anlage liegt damit klar unter Gas.
Wo bekommst du unabhängige Beratung?
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ist in Beratungsstellen, online und am Telefon kostenfrei. Kommt eine Beraterin oder ein Berater zu dir nach Hause, zahlst du höchstens 40 Euro. Für einkommensschwache Haushalte ist das ganze Angebot kostenfrei. Die kostenlose Hotline erreichst du unter 0800 809 802 400.
Hast du schon Angebote, kannst du bis zu drei davon kostenlos vergleichen lassen. Nach zwei bis drei Wochen bespricht die Beratung das Ergebnis mit dir per Telefon oder Video.
Für eine umfassende Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan gibt es Geld vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Es übernimmt 50 Prozent des Beratungshonorars, im Ein- oder Zweifamilienhaus höchstens 650 Euro. Der Antrag läuft über das BAFA-Portal, bevor das Vorhaben beginnt. Die Berater findest du in der Energieeffizienz-Expertenliste.
So gehst du vor
- Verbrauch notieren
Nimm deine letzte Gasrechnung und schreib den Verbrauch in Kilowattstunden auf. Bei Öl nimmst du die Liter mal zehn. Teilst du die Zahl durch eine vorsichtige JAZ, etwa 2,5 oder 3, hast du eine grobe Schätzung für den Stromverbrauch der Wärmepumpe.
- Den 55-Grad-Test machen
Begrenze an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur auf 55 Grad und stell alle Thermostate auf 3. Notier dir, welche Räume warm werden und welche nicht. Die kalten Räume sind deine Kandidaten für größere Heizkörper.
- Räume ausmessen
Miss Grundfläche, Deckenhöhe und Fenster jedes Raums oder nimm einen bemaßten Plan. Damit füllst du den Gebäudecheck Wärmepumpe des UBA aus. So weißt du vor dem ersten Gespräch, wo dein Haus steht.
- Unabhängig beraten lassen
Ruf die Energieberatung der Verbraucherzentrale an oder vereinbare einen Termin. Nimm Gasrechnung, Testnotizen und das Ergebnis des Gebäudechecks mit. Für einen Sanierungsfahrplan beantragst du vorher die BAFA-Förderung.
- Mehrere Angebote prüfen
Hol mehrere Angebote ein und schau, ob Zählerschrank, Elektroarbeiten, hydraulischer Abgleich und nötige Heizkörper enthalten sind. Frag nach der erwarteten JAZ für dein Haus. Frag auch nach dem Kältemittel: Klimafreundlicher sind laut Verbraucherzentrale solche mit niedrigem Erderwärmungspotenzial, häufig natürliche wie Propan. Und kläre, wer die alte Heizung ausbaut und entsorgt. Bis zu drei Angebote vergleicht die Verbraucherzentrale kostenlos.
- Förderung vor dem Start sichern
Unterschreib nur einen Vertrag, der erst mit der KfW-Zusage wirksam wird. Stell den Antrag, bevor die Arbeiten beginnen. Prüf, ob dir der Klimageschwindigkeitsbonus zusteht. Er sinkt für Anträge ab dem 1. Februar 2027.
Häufige Fragen
Muss ich mein Haus erst dämmen?
Nicht unbedingt. Oft reicht es, einzelne zu kleine Heizkörper zu tauschen. Bleibt es beim 55-Grad-Test aber in allen Räumen zu kühl, braucht das Haus vermutlich zuerst mehr Dämmung. Das klärt eine Beratung. Planst du eine Sanierung, tauschst du die Heizung am besten danach, damit sie zum neuen Wärmebedarf passt.
Ist eine Erd-Wärmepumpe im Altbau besser?
Effizienter schon: In den Feldtests erreichten Erd-Wärmepumpen im Altbau im Mittel eine JAZ von 3,0 bis 3,7. Durch Bohrungen oder Erdarbeiten sind sie aber deutlich teurer. Und nicht jeder Boden eignet sich gleich gut.
Hilft eine Photovoltaikanlage?
Ein Stück weit. Mit eigenem Solarstrom kann die Wärmepumpe zeitweise laufen, das senkt auch die Emissionen. Allerdings erzeugt eine Solaranlage den meisten Strom im Sommer, die Wärmepumpe braucht ihn im Winter. Sie deckt also nur einen Teil. Mehr zur Solaranlage selbst steht in Photovoltaik 2026: Lohnt sich eine Anlage noch – und für wen?
Was ist mit einer Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gaskessel?
Die gibt es als abgestimmtes Kompaktgerät, und sie lässt sich wie eine herkömmliche Heizung anschließen. Für neu eingebaute Gaskessel gilt ab 2029 die Pflicht zu anteiligem Biomethan oder Wasserstoff. Bei einer Wärmepumpen-Hybridheizung gilt sie als erfüllt, wenn die Wärmepumpe genug Leistung im Verhältnis zum Kessel hat. Die genauen Werte stehen in § 43 Absatz 5 des Gebäudemodernisierungsgesetzes.
Eine Wärmepumpe kann auch im Altbau günstiger heizen als Gas. Ob sie es bei dir tut, entscheiden Vorlauftemperatur, Jahresarbeitszahl und Strompreis. Mit einem günstigen Wärmepumpentarif liegt sie zu Preisen des 1. Halbjahrs 2026 schon ab einer JAZ von etwa 1,8 im Betrieb vorn. Mit normalem Haushaltsstrom ist sie es erst ab etwa 3,1. Einen ersten Hinweis gibt dir der 55-Grad-Test an einem kalten Tag. Den Rest klärst du mit dem Gebäudecheck, einer unabhängigen Beratung und mehreren vollständigen Angeboten. Und den Förderantrag stellst du, bevor die Arbeiten beginnen.
Quellen & Grundlagen
- Umweltbundesamt — Umgebungswärme und Wärmepumpen (07.02.2025)
- Umweltbundesamt — Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger 2024, Climate Change 11/2026 (Januar 2026)
- Umweltbundesamt — Entwicklung der spezifischen Treibhausgas-Emissionen des deutschen Strommix 1990–2025, Climate Change 16/2026 (März 2026)
- Statistisches Bundesamt — Pressemitteilung Nr. 345: Gas- und Strompreise 1. Halbjahr 2026 (30.09.2026)
- Verbraucherzentrale — Wärmepumpe: Alles, was Sie wissen müssen (14.04.2026)
- Verbraucherzentrale — Wärmepumpe im Eigenheim: Welche Voraussetzungen muss mein Haus erfüllen? (25.03.2026)
- Verbraucherzentrale — Klimaschutz: Wie umweltfreundlich und effizient ist eine Wärmepumpe? (06.03.2026)
- Verbraucherzentrale — Heizung tauschen: So geht’s Schritt für Schritt (06.03.2026)
- Verbraucherzentrale — Kosten und Förderung: Womit muss ich bei einer Wärmepumpe rechnen? (17.04.2026)
- Verbraucherzentrale — Wärmepumpenstrom: So heizen Sie günstiger mit der Wärmepumpe (18.05.2026)
- Verbraucherzentrale — Heizkostenabrechnungen prüfen (24.09.2026)
- Verbraucherzentrale — Neue Heizung: Welche ist die Richtige? (22.09.2026)
- Energieberatung der Verbraucherzentrale — Wärmepumpen (Erstfassung 2019, nur Praxistest als technische Orientierung genutzt)
- Energieberatung der Verbraucherzentrale — Beratung zu Hause (abgerufen 17.10.2026)
- Energieberatung der Verbraucherzentrale — Kostenloser Wärmepumpen-Angebotsvergleich (abgerufen 17.10.2026)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz — Wärmepumpenangebote im Check, mit Auswertung „160 Angebote im zweiten Check“ (02.07.2026)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz — Auswertung Wärmepumpen-Angebote (Juni 2025)
- Stiftung Warentest — Wärmepumpenstrom-Vergleich (08.10.2026)
- Stiftung Warentest — Wärmepumpen im Test (23.09.2025)
- Stiftung Warentest — Gebäudecheck Wärmepumpe: Onlinetool hilft beim Heizungstausch (12.01.2026)
- Stiftung Warentest — Steigende Gaspreise: Wer jetzt den Gasvertrag wechseln sollte (10.10.2026)
- KfW — Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), Konditionen seit 21.07.2026 (abgerufen 17.10.2026)
- KfW — Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458) (Stand 09/2026)
- KfW — Technische FAQ BEG EM, Version 7.0 (06/2026)
- BAFA — Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude (abgerufen 17.10.2026)
- BBSR — Nutzungsdauern von Bauteilen für Lebenszyklusanalysen nach BNB (Stand 13.03.2026)
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) — § 43 (gesetze-im-internet.de, geltende Fassung)
Stand: 2026. Alle Angaben nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Erstellung.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).


