Ernährung · Ingwer

Kurkuma und Ingwer – was ist der Unterschied?

Zwei verwandte Rhizome, völlig verschiedener Geschmack – und ein hartnäckiges Halbwissen rund um ihre Wirkung.

Leona B. Schröder 6. Juli 2026 6 Min Lesezeit

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KI-Illustration: Kurkuma- und Ingwer-Rhizome, teils aufgeschnitten, mit Gewürzpulver auf einem Holzbrett

KI-generierte Illustration: Kurkuma und Ingwer auf einer Küchenanrichte

Kurkuma und Ingwer sind zwei verschiedene Wurzelgewürze, die zwar ähnlich sind, sich aber dennoch in Aussehen, Geschmack und Anwendung unterscheiden. Statt einer Entweder-oder-Entscheidung lassen sich ihre Eigenschaften oft gut kombinieren – je nach Gericht und persönlicher Vorliebe.

Du kennst beide Gewürze, aber der genaue Unterschied bleibt oft unklar. Beide stammen aus verwandten Pflanzen, schmecken jedoch völlig verschieden. Hier erfährst du, worin Kurkuma und Ingwer sich unterscheiden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kurkuma und Ingwer sind botanisch eng verwandte Pflanzen, unterscheiden sich aber deutlich in Geschmack und Farbe.
  • Kurkuma ist als Lebensmittelfarbstoff (E 100) bekannt – seine gelbe Farbe stammt vom Curcumin.
  • Curcumin aus Kurkuma hat ohne Zusätze wie Piperin eine geringe Bioverfügbarkeit.

Was unterscheidet Kurkuma und Ingwer eigentlich?

Kurkuma und Ingwer sind botanisch eng verwandte Pflanzen – beide gehören zur Familie der Ingwergewächse und wachsen als Wurzelstock (Rhizom) unter der Erde. Die Kurkuma-Staude kann über einen Meter hoch werden; beim Ingwer wachsen aus dem Wurzelstock 1 bis 2 Meter hohe Stängel. Sichtbar wird der Unterschied zwischen Ingwer und Kurkuma vor allem an der Farbe: Kurkuma ist durch den Farbstoff Curcumin intensiv gelb und als Lebensmittelfarbstoff (E 100) bekannt, während das Fleisch des Ingwers nur leicht gelblich ist.

Kurkuma und Ingwer zusammen verwenden – ergibt das Sinn?

In der Küche lassen sich beide gut gemeinsam verwenden – etwa in Currys. Geschmacklich ergänzen sich die erdig-bittere Note von Kurkuma und die scharf-zitronige von Ingwer gut. Wie du Ingwer lagerst und einfrierst, erklärt unser Artikel Ingwer richtig lagern.

Wichtig zu wissen: Das in Kurkuma enthaltene Curcumin hat ohne Zusätze wie Piperin, den Scharfstoff aus schwarzem Pfeffer, nur eine geringe Bioverfügbarkeit. Das bedeutet: Curcumin wird im menschlichen Körper nur schlecht aufgenommen und schnell wieder ausgeschieden. Viele Präparate enthalten deshalb Pfefferextrakt. Piperin kann die Aufnahme erhöhen – laut Verbraucherzentrale heißt das aber nicht unbedingt mehr Wirkung. Dafür erhöht Piperin wahrscheinlich auch die Aufnahme von Wirkstoffen aus Medikamenten; laut Verbraucherzentrale empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), höchstens 2 Milligramm isoliertes Piperin pro Tag über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen. Ob eine Prise Pfeffer im Essen die Aufnahme nennenswert verändert, belegen die von uns ausgewerteten Behördenquellen nicht. In der Küche entscheidet beim Pfeffer der Geschmack.

Kurkuma oder Ingwer – worin liegt der Unterschied bei der Wirkung?

Für Arzneimittel mit Ingwer nennt die EU-Arzneimittelbehörde EMA als gut belegte Anwendung die Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit. Bei Erkältungsbeschwerden, leichten Gelenkschmerzen, leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden und vorübergehender Appetitlosigkeit gelten Ingwer-Arzneimittel als traditionelle pflanzliche Arzneimittel – diese Anwendungen beruhen ausschließlich auf langjähriger Erfahrung. Für Kurkumaextrakte fehlen laut Verbraucherzentrale eindeutige wissenschaftliche Belege für gesundheitliche Wirkungen beim Menschen. Ausführlich: Was Ingwer kann – und was nicht und Was kann Kurkuma wirklich?.

Ebenso ist die Annahme verbreitet: Man könne mit Kurkuma und Ingwer abnehmen. Eine Auswertung von 36 Studien zu Ingwer-Präparaten (2025) fand jedoch keine Verbesserung von Körpergewicht und BMI; eine Übersicht über 36 ältere Übersichtsarbeiten und Metaanalysen (2026) sieht dagegen eine Unterstützung beim Gewichtsmanagement. Ein Abnehm-Effekt ist wissenschaftlich nicht gesichert; auch für Kurkuma nennen die von uns ausgewerteten Behördenquellen keine Belege dafür. Die Studien zu Ingwer stellt Ingwer und Abnehmen – was die Studien sagen vor. Bei Kurkuma steht das Curcumin im Fokus, das ohne Zusätze wie Piperin allerdings nur schlecht vom Körper aufgenommen wird. So stellt sich also gar nicht die Frage: Kurkuma oder Ingwer, was ist besser? Denn in der Küche zählt vor allem, welches Aroma zum Gericht passt.

KriteriumKurkumaIngwer
BotanikIngwergewächs, eng mit Ingwer verwandtIngwergewächs, eng mit Kurkuma verwandt
Wuchshöhe der Pflanzeüber 1 Meter möglichStängel 1 bis 2 Meter
Lebensmittelfarbstoffals E 100 bekannt (Farbe durch Curcumin)–
Kennzeichnender InhaltsstoffFarbstoff Curcumin (geringe Bioverfügbarkeit ohne Piperin)Scharfstoffe Gingerole und Shogaole

Kurkuma und Ingwer einnehmen – wann ist Vorsicht geboten?

Bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Kurkuma sind laut Verbraucherzentrale Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich; wer regelmäßig Medikamente einnimmt, klärt solche Präparate besser vorher ärztlich oder in der Apotheke ab. Schwangere, Stillende und Menschen mit Gallensteinen sollten laut Verbraucherzentrale auf Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel verzichten. Als Gewürz in üblichen Mengen gilt Kurkuma als sicheres Lebensmittel, ist aber nicht für jeden geeignet, vor allem nicht, wenn du Probleme mit der Galle hast. Für Arzneimittel mit Ingwer nennt die EU-Arzneimittelbehörde EMA keine bekannten Wechselwirkungen. Daten aus 300 bis 1.000 Schwangerschaften ergaben keine Hinweise auf Fehlbildungen oder Schäden beim Kind; vorsorglich sollten Ingwer-Arzneimittel in der Schwangerschaft dennoch möglichst vermieden werden, in der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen. Für Nahrungsergänzungsmittel mit Ingwer weist die Verbraucherzentrale dagegen auf mögliche Wechselwirkungen hin – etwa mit blutzuckersenkenden Medikamenten und mit Mitteln, die die Blutgerinnung hemmen; auch hier gilt: vorher ärztlich oder in der Apotheke abklären. Mehr dazu in Ingwer: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen und Kurkuma: Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und wer vorsichtig sein sollte.

Mehr zu den beiden Knollen findest du in unseren Kompassen zu Ingwer und Kurkuma.

Häufige Fragen

Kann ich Kurkuma und Ingwer täglich als Gewürz verwenden?

Für Kurkuma meist ja: In üblichen Gewürzmengen gilt es laut Verbraucherzentrale als sicheres Lebensmittel; umgerechnet auf die akzeptable tägliche Aufnahme von Curcumin nennt sie für einen 70 kg schweren Menschen höchstens 7 Gramm Kurkuma pro Tag. Laut Verbraucherzentrale ist Kurkuma aber nicht für jeden geeignet, vor allem nicht, wenn du Probleme mit der Galle hast. Für Ingwer in der Küche nennen die von uns ausgewerteten Behördenquellen keine Tageshöchstmenge. Das BZfE weist darauf hin, dass scharfer Ingwer empfindliche Schleimhäute und Mägen reizen kann – im Zweifel mit kleinen Mengen beginnen.

Warum wird Kurkuma oft mit schwarzem Pfeffer kombiniert?

Das enthaltene Curcumin hat ohne Zusätze wie Piperin, den Scharfstoff aus schwarzem Pfeffer, nur eine geringe Bioverfügbarkeit. Viele Präparate setzen deshalb Pfefferextrakt zu. Laut Verbraucherzentrale bedeutet die bessere Aufnahme aber nicht unbedingt mehr Wirkung; das BfR empfiehlt laut Verbraucherzentrale höchstens 2 Milligramm isoliertes Piperin pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln. Dass eine Prise Pfeffer beim Kochen die Aufnahme nennenswert erhöht, belegen die von uns ausgewerteten Behördenquellen nicht – in der Küche ist Pfeffer eine Frage des Geschmacks.

Sind Kurkuma und Ingwer dieselbe Pflanzenfamilie?

Ja, beide sind botanisch eng verwandt und gehören zu den Ingwergewächsen. Sie wachsen als Wurzelstock, unterscheiden sich aber deutlich in Farbe und Geschmack.

Nutze beide als Küchengewürz je nach Gericht und Geschmack – Ingwer für scharf-zitronige Noten, Kurkuma für Farbe und erdiges Aroma. Pfeffer kommt dazu, wenn er zum Gericht passt – ein Gesundheitsvorteil der Prise ist nicht belegt. Kurkuma-Präparate klärst du bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme vorher ärztlich ab; in Schwangerschaft und Stillzeit verzichtest du auf Kurkuma-Präparate und meidest vorsorglich auch Ingwer-Arzneimittel.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).