Ernährung · Ingwer

Kurkuma und Ingwer – was ist der Unterschied?

Zwei verwandte Wurzeln, völlig verschiedener Geschmack – und ein hartnäckiges Halbwissen rund um ihre Wirkung.

Leona B. Schröder Juli 6, 2026 4 Min Lesezeit
Kann man Kurkuma und Ingwer zusammen einnehmen und was ist der Unterschied?

Kurkuma und Ingwer sind zwei verschiedene Wurzelgewürze, die zwar ähnlich sind, sich aber dennoch in Aussehen, Geschmack und Anwendung unterscheiden. Beide können in der Küche unbedenklich verwendet werden. Statt einer Entweder-oder-Entscheidung lassen sich ihre Eigenschaften oft gut kombinieren – je nach Gericht und persönlicher Vorliebe.

Du kennst beide Gewürze, aber der genaue Unterschied bleibt oft unklar. Beide stammen aus verwandten Pflanzen, schmecken jedoch völlig verschieden. Hier erfährst du, worin Kurkuma und Ingwer sich unterscheiden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kurkuma und Ingwer sind botanisch eng verwandte Pflanzen, unterscheiden sich aber deutlich in Geschmack und Farbe.
  • Kurkuma ist als Lebensmittelfarbstoff unter der E-Nummer 100 zugelassen.
  • Curcumin aus Kurkuma hat ohne Zusätze wie Piperin eine geringe Bioverfügbarkeit.

Was unterscheidet Kurkuma und Ingwer eigentlich?

Kurkuma und Ingwer sind botanisch eng verwandte Pflanzen – beide gehören zur Familie der Ingwergewächse und wachsen als Wurzelstock (Rhizom) unter der Erde. Die Kurkuma-Pflanze wird dabei bis zu 1 Meter hoch, während Ingwer eine Wuchshöhe von bis zu 1,50 Metern erreichen kann. Sichtbar wird der Unterschied zwischen Ingwer und Kurkuma vor allem an der Farbe: Kurkuma ist intensiv gelb-orange und wird deshalb als Lebensmittelfarbstoff unter der E-Nummer 100 geführt, während Ingwer eher hellbeige bleibt.

Kurkuma und Ingwer zusammen einnehmen – ergibt das Sinn?

Da beide Wurzeln in der Küche als unbedenklich gelten, spricht nichts gegen eine gemeinsame Verwendung – etwa in Currys, Suppen oder Tees. Geschmacklich ergänzen sich die erdig-bittere Note von Kurkuma und die scharf-zitronige von Ingwer gut.

Wichtig zu wissen: Das in Kurkuma enthaltene Curcumin hat ohne Zusätze wie Piperin, den Scharfstoff aus schwarzem Pfeffer, nur eine geringe Bioverfügbarkeit. Das bedeutet: Curcumin wird im menschlichen Körper nur schlecht aufgenommen und schnell wieder ausgeschieden; Piperin kann die Aufnahme deutlich erhöhen. Wer Kurkuma bewusst einsetzt, kombiniert es daher gern mit einer Prise Pfeffer.

Kurkuma oder Ingwer – worin liegt der Unterschied bei der Wirkung?

Ingwer wird der Wirkstoff Gingerol zugeschrieben, der als entzündungshemmend und schmerzlindernd gelten kann. Zwar wird Ingwer traditionell bei Erkältungen oder Husten verwendet, dies beruht jedoch überwiegend auf Erfahrungen. Ein wissenschaftlicher Nachweis einer schleimlösenden Wirkung fehlt bislang.

Ebenso ist die Annahme verbreitet: Man könne mit Kurkuma und Ingwer abnehmen. Doch auch hierfür fehlen wissenschaftlich eindeutige Belege. Bei Kurkuma steht das Curcumin im Fokus, das ohne Zusätze wie Piperin allerdings nur schlecht vom Körper aufgenommen wird. So stellt sich also gar nicht die Frage: Kurkuma oder Ingwer, was ist besser? Denn in der Küche zählt vor allem, welches Aroma zum Gericht passt.

KriteriumKurkumaIngwer
BotanikIngwergewächs, eng mit Ingwer verwandtIngwergewächs, eng mit Kurkuma verwandt
Wuchshöhe der Pflanzebis zu 1 Meterbis zu 1,5 Meter
Lebensmittelfarbstoffzugelassen unter E-Nummer 100
Zugeschriebener WirkstoffCurcumin (geringe Bioverfügbarkeit ohne Piperin)Gingerol

Kurkuma und Ingwer einnehmen – wann ist Vorsicht geboten?

Ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe können mit Leberenzymen interagieren und die Wirkung von Medikamenten verstärken oder reduzieren. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte größere Mengen mit ärztlichem Rat abklären. Wer Ingwer in größerer Menge in der Schwangerschaft zu sich nehmen möchte, sollte dies unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, denn das Gewürz gilt als wehenfördernd. Als normales Küchengewürz in üblichen Mengen sind beide Wurzeln unbedenklich. Sie lassen sich übrigens hervorragend einfrieren.

Häufige Fragen

Kann ich Kurkuma und Ingwer täglich als Gewürz verwenden?

In der Küche gelten beide als unbedenkliche Geschmacksverstärker. Als normales Gewürz in üblichen Mengen spricht nichts gegen eine tägliche Verwendung in Speisen und Tees.

Warum wird Kurkuma oft mit schwarzem Pfeffer kombiniert?

Das enthaltene Curcumin hat ohne Zusätze wie Piperin, den Scharfstoff aus schwarzem Pfeffer, nur eine geringe Bioverfügbarkeit. Eine Prise Pfeffer beim Kochen ist deshalb üblich.

Sind Kurkuma und Ingwer dieselbe Pflanzenfamilie?

Ja, beide sind botanisch eng verwandt und gehören zu den Ingwergewächsen. Sie wachsen als Wurzelstock, unterscheiden sich aber deutlich in Farbe und Geschmack.

Nutze beide als Küchengewürz je nach Gericht und Geschmack – Ingwer für scharf-zitronige Noten, Kurkuma für Farbe und erdiges Aroma. Wer Kurkuma bewusst einsetzt, kombiniert es mit einer Prise Pfeffer. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder in der Schwangerschaft solltest du größere Mengen ärztlich abklären.

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