Ernährung & Saison · Konzept

Regionalität

Auch: regional, regionale Lebensmittel, aus der Region

Regionalität ist die Herkunft von Lebensmitteln aus der näheren Umgebung. Definiert ist der Begriff nicht; bei The GREEN Idea heißt regional: aus deiner Region.

Von Emanuel Goldstein Geprüft am 28. Oktober 2026

Was steckt dahinter

Kaufst du regional, förderst du kurze Transportwege. Das hilft, Treibhausgase einzusparen, die bei längeren Transporten entstehen würden. Außerdem stärkst du Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung in deiner Region. Und ist die Versorgung auf viele Betriebe in der Nähe verteilt, sinkt in Krisen das Risiko von Produktionsausfällen und Versorgungsengpässen.

Der Haken: „Region“ und „regional“ sind nicht definiert. Anbieter dürfen Größe und Grenzen ihrer Region selbst bestimmen, solange sie damit nicht täuschen. Bei The GREEN Idea halten wir es so, wie das Wort es sagt: Regional heißt aus deiner Region – nicht einfach „aus Deutschland“.

Die vielen Regionalmarken und Siegel haben sehr unterschiedliche Kriterien. Und regional ist nicht automatisch die klimafreundlichste Wahl. Werden Felder beheizt, kann mitunter Importware aus südlichen Ländern die klimafreundlichere Wahl sein. Regional und saisonal zusammen nennt das BZfE ein doppeltes Plus für Klima und Umwelt – auch wenn die Auswahl dann kleiner ist.

So begegnet dir der Begriff

Auf Verpackungen als Werbeaussage wie „aus der Region“ oder „von hier“. Solche Bezeichnungen sind nicht geschützt.

Im Regionalfenster ist die Region dagegen eindeutig und nachprüfbar benannt, etwa als Landkreis, Bundesland oder Radius in Kilometern. Dort steht auch, wo das Produkt verarbeitet wurde.

Daneben gibt es Siegel der Bundesländer, meist erkennbar an „geprüfte Qualität“ oder „gesicherte Qualität“ und dem Namen des Landes.

In unserem Saisonkalender
Er zeigt regionales Gemüse, Obst, Kräuter und Salate – nur, was ohne Heizung wächst.

Im Alltag

  • Bei Eiern verrät dir der Erzeugercode auf der Schale das Herkunftsland und das Bundesland. Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht sind gefärbte Eier.
  • Bei Käse oder Joghurt ohne Regionalfenster hilft die Herstelleradresse weiter. An der Fleisch- und Wursttheke fragst du einfach das Personal, woher die Ware stammt.
  • Auch auf dem Wochenmarkt lohnt der Blick auf die Herkunftsangabe, denn dort wird auch zugekauft. Regionales Obst und Gemüse aus dem Freiland oder dem unbeheizten Gewächshaus bekommst du entsprechend der Saison.

Zahlen mit Stand

  • Selbstversorgungsgrad Deutschland: Früchte 20 % (2023), Gemüse rund 36 %.

    Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) · Stand 20.02.2025

  • Obst, Gemüse und Honig werden überwiegend aus dem Ausland importiert.

    Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) · Stand 20.02.2025

Nicht verwechseln

BegriffUnterschied zu Regionalität
RegionalfensterEin freiwilliges, privates Zeichen, das das BMLEH angestoßen hat; ein neutrales, mehrstufiges Kontrollsystem prüft die Angaben. Die Region muss kleiner als Deutschland sein. Die erste Hauptzutat und die wertgebenden Zutaten stammen zu 100 Prozent aus ihr.
g.U. und g.g.A. (EU-Herkunftszeichen)Bei der „geschützten Ursprungsbezeichnung“ müssen alle Produktionsschritte im genannten Gebiet erfolgen, bei der „geschützten geografischen Angabe“ nur eine Produktionsstufe.
HerkunftslandDas Herkunftsland muss bei fast allen Obst- und Gemüsearten angegeben werden. „Regional“ ist dagegen nicht definiert.
SaisonalitätSaisonalität beschreibt die Jahreszeit, in der Obst und Gemüse auf natürliche Weise in seiner Anbauregion reift und geerntet wird. Wird die Saison durch moderne Anbaumethoden umgangen, ist „regional“ vom Klimaaspekt her nicht die beste Option.

Häufige Irrtümer

Irrtum„Aus der Region“ ist ein geschützter Begriff mit fester Kilometergrenze.

Richtig istBezeichnungen wie „regional“ sind nicht geschützt. Anbieter bestimmen Größe und Grenzen ihrer Region selbst, solange sie damit nicht täuschen.

IrrtumRegional ist immer klimafreundlicher als Importware.

Richtig istWerden Felder beheizt, kann mitunter Importware aus südlichen Ländern die klimafreundlichere Alternative sein.

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 28.10.2026

  1. Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Regionale Lebensmittel – transparent gekennzeichnet eine gute Wahl · ohne Datum
  2. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Regional einkaufen · Stand 20.02.2025
  3. Verbraucherzentrale Bundesverband: Regionale Lebensmittelversorgung unterstützen · Stand 26.08.2026
  4. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Saisonal einkaufen · Stand 05.03.2025
  5. Umweltbundesamt: Klimafreundliche Ernährung: fleischreduziert, vegetarisch oder vegan · Stand 22.10.2025
  6. Verbraucherzentralen: Saisonkalender (PDF, Textteil) · 2023
  7. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Der Saisonkalender · Stand 20.02.2025
  8. The GREEN Idea: Saisonkalender
  9. The GREEN Idea: Redaktionelle Festlegung

Stand: 28.10.2026 · nächste Prüfung spätestens 28.10.2027. Korrekturen: keine. Fehler entdeckt? Sag uns Bescheid.

Dieser Eintrag wurde mit Hilfe von KI erstellt.