Stoßlüften heißt: Thermostat ganz zu, Fenster ganz auf, nach kurzer Zeit wieder zu. So tauschst du die feuchte Luft schnell aus, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Ein dauerhaft gekipptes Fenster verschwendet dagegen Heizenergie. Im Herbst dauert es länger als im Winter: Die Verbraucherzentralen nennen bis zu 20 Minuten statt drei bis fünf.
Morgens ist die Fensterscheibe im Schlafzimmer beschlagen, nach dem Duschen der Spiegel? Das ist Wasser aus der Raumluft, und es muss wieder hinaus. Ein Mensch gibt pro Nacht bis zu einem halben Liter Wasser ab – etwa so viel wie bei einmal Duschen. Wie du diese Feuchte loswirst, ohne zum Fenster hinaus zu heizen, entscheidet die Methode.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Mensch gibt pro Nacht bis zu einem halben Liter Wasser ab. Vier Menschen atmen laut Umweltbundesamt am Tag zusammen 12 Liter Wasser aus. Kochen, Duschen und Wäsche kommen noch dazu.
- Mindestens drei- bis viermal am Tag sollte die Luft komplett ausgetauscht werden.
- Wie lange, hängt vom Wetter ab: im Winter drei bis fünf Minuten, im Herbst und Frühjahr kann es zehn bis 20 Minuten dauern. Liegen alle Fenster auf einer Hausseite, sollten sie etwa zehn Minuten offen sein.
- Luftfeuchte im Blick: ideal sind 40 bis 60 Prozent. Liegt sie längere Zeit über 50 Prozent, lüftest du. In alten Wohnungen sollte sie im Winter unter 50 Prozent bleiben.
- Vor dem Stoßlüften drehst du das Thermostat ganz zu, danach wieder auf.
Warum musst du überhaupt lüften?
Beim Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und Atmen gelangen jeden Tag mehrere Liter Wasser in die Raumluft. Bleibt diese Feuchte in der Wohnung, schlägt sie sich an kalten Flächen nieder, etwa als Tauwasser am Fenster. Schimmel kann aber schon wachsen, bevor Tauwasser sichtbar ist oder sich eine Wand feucht anfühlt.
Es geht nicht nur um Feuchte. Beim Atmen entsteht Kohlendioxid, dazu kommen Ausdünstungen und Gerüche aus Möbeln und Baustoffen. Riecht die Luft abgestanden, kann das müde machen und die Konzentration stören. Lüften schafft beides hinaus.
Was ist am gekippten Fenster falsch?
Ein gekipptes Fenster wirkt bequem, tauscht aber wenig Luft aus. Die Stiftung Warentest bringt es auf den Punkt: „Ständig gekippte Fenster dagegen verschwenden enorm viel Heizenergie.“ Weil der Austausch durch den schmalen Spalt lange dauert, kühlen in dieser Zeit Innenwände, Böden und Decken aus. Das Umweltbundesamt warnt außerdem vor Schimmel am gekippten Fenster, vor allem wenn darunter der Heizkörper warm ist.
Beim Stoßlüften ist es umgekehrt. Die Luft im Raum ist schnell ausgetauscht, die Wände bleiben warm. Sind die Fenster wieder zu, muss die Heizung nur die frische Luft erwärmen, nicht die massiven Bauteile. Das geht schneller und braucht deutlich weniger Energie.
Eine Ausnahme gibt es: Nach dem Stoßlüften steckt in Bad oder Küche oft noch Feuchte in Handtüchern und Oberflächen. Dann darfst du das Fenster für einige Zeit kippen, bis die Luftfeuchte dauerhaft unter 50 Prozent gesunken ist. Den Heizkörper stellst du dabei auf kleine Stufe, damit die Luft mehr Feuchte aufnimmt. Als Dauerlösung taugt das gekippte Fenster nicht.
Wie lange lüftest du im Herbst – und wie lange im Winter?
Viele merken sich „fünf Minuten“. So nennen es auch Umweltbundesamt und Stiftung Warentest als einfache Regel für die Heizperiode. Die Verbraucherzentralen unterscheiden genauer nach Jahreszeit und Wohnung:
| Situation | Lüftdauer | Quelle |
|---|---|---|
| Winter, kalt oder windig | 3 bis 5 Minuten | Verbraucherzentralen |
| Herbst und Frühjahr | kann 10 bis 20 Minuten dauern | Verbraucherzentralen |
| Winter, Querlüften möglich | etwa 5 Minuten | Verbraucherzentrale NRW |
| Sonderregel: alle Fenster auf einer Hausseite | etwa 10 Minuten | Verbraucherzentrale NRW |
Fensterlüftung braucht einen Antrieb: Durchzug durch gegenüberliegende Fenster, einen Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen oder Wind. Ist es draußen noch mild und windstill, fehlt ein Teil davon. Deshalb dauert es im Oktober länger als im Januar. Die Faustregel für dich: Je kälter es draußen ist, desto kürzer.
Eine Sonderregel nennt die Verbraucherzentrale NRW: Liegen alle Fenster auf einer Hausseite, sollten sie etwa zehn Minuten offen sein. Kannst du quer lüften, reichen im Winter etwa fünf Minuten.
Ob die Zeit gereicht hat, zeigt dir ein Hygrometer. Analoge und digitale Geräte gibt es günstig im Baumarkt.
Welche Luftfeuchte ist richtig?
Die Zahl auf dem Hygrometer ist die relative Luftfeuchte. Als behaglich gelten laut Verbraucherzentralen 40 bis 60 Prozent. Liegt der Wert längere Zeit über 50 Prozent, solltest du lüften – spätestens, wenn die Scheiben von innen beschlagen. Steigt die Luftfeuchte dauerhaft über 60 Prozent, droht laut Stiftung Warentest Schimmel. Unter 30 Prozent entsteht zwar kein Schimmel, aber trockene Luft kann die Schleimhäute reizen.
Wie streng du sein musst, hängt vom Haus ab. In alten Wohnungen sollte die Luftfeuchte im Winter unter 50 Prozent liegen, rät das Umweltbundesamt. In einem gut gedämmten Gebäude machen rund 60 Prozent für einige Zeit vielleicht keine Probleme. Bei schlechter Dämmung können an kalten Tagen schon 40 Prozent an Wärmebrücken und in Raumecken zu viel sein.
Warum? Das Hygrometer misst in der Raummitte. Direkt vor einer kalten Außenwand ist die relative Luftfeuchte höher. Ab etwa 70 bis 80 Prozent an der Wand können dort Schimmelpilze wachsen.
Anti-Schimmel-Farben, -Sprays oder spezielles Silikon kannst du dir sparen. Solange das Feuchte-Problem bleibt, verhindern sie Befall in der Regel nicht dauerhaft. Manche Wirkstoffe können Kontaktallergien auslösen, und die meisten schaden Wasserorganismen. Wichtiger ist, die Ursache der Feuchte abzustellen, zum Beispiel Kochen ohne Lüften.
So gehst du vor: richtig stoßlüften
- Ventil zudrehen
Dreh das Thermostat am Heizkörper ganz zu, bevor du das Fenster öffnest. Sonst heizt die Heizung vergeblich gegen die kalte Luft an.
- Fenster ganz öffnen
Öffne das Fenster komplett, nicht nur halb. Kannst du gegenüberliegende Fenster und Türen öffnen, entsteht Durchzug, und es geht schneller.
- Zeit nach Wetter wählen
Im Herbst kann es zehn bis 20 Minuten dauern, bis die Luft ausgetauscht ist. An kalten oder windigen Wintertagen reichen drei bis fünf Minuten. Liegen alle Fenster auf einer Hausseite, lässt du sie etwa zehn Minuten offen.
- Schließen und wieder heizen
Schließ das Fenster und stell das Thermostat zurück auf deine Stufe. Ein vergessenes offenes Fenster kühlt die Wände aus, und es dauert lange, bis der Raum wieder warm ist. Ein Timer am Handy hilft, das Fenster nicht zu vergessen.
- Luftfeuchte prüfen
Bleibt das Hygrometer längere Zeit über 50 Prozent, lüftest du noch einmal. In alten Wohnungen achtest du im Winter besonders darauf.
Wann lüften? Die wichtigsten Anlässe im Alltag:
- Nach dem Aufstehen: das Schlafzimmer gut durchlüften. Tagsüber beheizt du es auf mindestens 16 bis 18 Grad.
- Nach dem Duschen, Baden oder Kochen: sofort lüften. Dabei lüftest du ausnahmsweise nicht quer: Tür zu, Fenster im Raum ganz auf. So kann ein Großteil der Feuchte entweichen.
- Beim Wäschetrocknen: Am besten trocknest du draußen oder in einem unbeheizten, gut belüfteten Raum. Trocknest du in der Wohnung, lüftest du laut Umweltbundesamt vor allem im Winter ausreichend: kurz stoßlüften, jeweils fünf bis zehn Minuten. An milden Herbsttagen lüftest du entsprechend länger, siehe Tabelle oben.
- Wenn du den ganzen Tag weg bist: mindestens morgens und abends.
Je mehr Menschen in der Wohnung leben und je aktiver sie sind, desto öfter musst du lüften. Auch kühlere Räume brauchen das: In kalten Räumen muss man sogar öfter lüften. Wie warm welcher Raum sein sollte, steht in Richtig heizen: Was ein Grad weniger wirklich bringt.
Häufige Fragen
Bringt Lüften etwas, wenn es draußen regnet oder neblig ist?
Ja, solange die Außenluft weniger Wasser enthält als die Luft drinnen. Kalte Luft kann wenig Wasser tragen: bei 0 Grad knapp fünf Gramm pro Kubikmeter, bei 20 Grad gut 17 Gramm. Die Verbraucherzentralen rechnen vor: Außenluft mit 0 Grad und 90 Prozent Luftfeuchte hat nach dem Aufwärmen auf 20 Grad nur noch etwa 30 Prozent. Sie kann also wieder Feuchte aufnehmen und beim nächsten Lüften mit hinausnehmen.
Darf das Schlafzimmerfenster nachts gekippt bleiben?
Eine Empfehlung dafür nennen die ausgewerteten Quellen nicht. Das Umweltbundesamt rät grundsätzlich, Fenster nicht auf Kipp zu lassen. Das Schlafzimmer lüftest du am besten gleich nach dem Aufstehen gut. Für gute Luft in der Nacht nennen die Verbraucherzentralen eine Lüftungsanlage, vor allem wenn mehrere Personen in einem Raum schlafen.
Wie oft am Tag muss ich lüften?
Aus hygienischen Gründen sollte die Luft mindestens drei- bis viermal am Tag komplett ausgetauscht werden. Dazu kommen die Anlässe nach Duschen, Kochen und Schlafen.
Muss ich nach neuen Fensterdichtungen anders lüften?
Ja. Alte, undichte Fenster haben laut Verbraucherzentrale NRW ein Stück weit von selbst gelüftet. Sie rät deshalb, beim Einbau neuer Fenster gleich mitzuplanen, wie gelüftet werden soll. Oft reicht es, die Fenster etwas häufiger zu öffnen als bei den alten. Für neue Dichtungen gilt dasselbe Prinzip. Mehr dazu, auch wann bei Kaminofen oder Gastherme danach der Bezirksschornsteinfeger prüfen muss, in Fenster selbst abdichten.
Gilt das auch im Sommer?
Im Sommer geht es eher darum, die Wohnung kühl zu halten. Was dann gilt, liest du in Wie lüftet man im Sommer richtig?.
Lüfte mehrmals täglich kurz und mit weit geöffnetem Fenster, statt es dauerhaft zu kippen. Dreh vorher das Thermostat ganz zu und danach wieder auf. Im Herbst kann das zehn bis 20 Minuten dauern, an kalten Wintertagen reichen drei bis fünf. Liegen alle Fenster auf einer Hausseite, sollten sie etwa zehn Minuten offen sein. Ein Hygrometer zeigt dir, ob es gereicht hat: Bleibt die Luftfeuchte längere Zeit über 50 Prozent, lüftest du noch einmal. In alten Wohnungen hältst du sie im Winter unter 50 Prozent.
Überarbeitet am 18. Oktober 2026: Wir haben diesen Artikel nach Angaben der Verbraucherzentralen, des Umweltbundesamts und der Stiftung Warentest überarbeitet. Ein Mensch gibt pro Nacht bis zu einem halben Liter Wasser ab – vorher stand dort durch einen Tippfehler „05 Liter“. Die Luftfeuchte von höchstens 50 Prozent gilt laut Umweltbundesamt für alte Wohnungen im Winter, nicht generell. Die Lüftdauer richtet sich jetzt nach der Jahreszeit (im Herbst 10 bis 20 Minuten). Beim Lüften drehst du das Thermostat jetzt ganz zu, statt es nur herunterzudrehen. Die Empfehlung zum Wäschetrocknen stammt vom Umweltbundesamt, nicht wie angegeben von der Verbraucherzentrale. Die Aussage, die Verbraucherzentrale empfehle nachts ein gekipptes Schlafzimmerfenster, haben wir gestrichen, ebenso Angaben aus nicht zugelassenen Quellen. Neu ist der Hinweis, dass du dir Anti-Schimmel-Farben und -Sprays sparen kannst.
Quellen & Grundlagen
- Verbraucherzentrale — Heizen und Lüften: So geht’s richtig (16.09.2026)
- Verbraucherzentrale — Heizung: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen (24.09.2026)
- Verbraucherzentrale — Heizkosten sparen: Thermostat richtig einstellen und wechseln (16.02.2026)
- Verbraucherzentrale NRW — Fenster sanieren oder austauschen: Darauf sollten Sie achten (12.02.2026)
- Verbraucherzentrale — Schimmel an der Wand entfernen: Das können Sie tun (17.07.2026)
- Umweltbundesamt — Richtig Heizen spart Geld und schützt die Umwelt (Leichte Sprache, 16.07.2026)
- Umweltbundesamt — Wäschetrockner: Bei Kauf und Nutzung auf Energieeffizienz achten (12.03.2026)
- Stiftung Warentest — Gas sparen (25.09.2026)
- Stiftung Warentest — Luftentfeuchter: Was sie leisten und was nicht (11.02.2026)
Stand: 2026. Alle Angaben nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Erstellung.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).


