Konsum & Alltag · Verfahren
Bioabfall
Auch: Bioabfälle, Biomüll, Biotonne
Bioabfall ist biologisch abbaubarer Abfall pflanzlicher, tierischer oder pilzlicher Herkunft – etwa Küchenabfälle sowie Garten- und Parkabfälle.
Was steckt dahinter
Obstreste, Kaffeesatz, Eierschalen, welkes Gemüse: All das gehört in die Biotonne oder auf den eigenen Kompost. Rechtlich zählen dazu Garten- und Parkabfälle, Landschaftspflegeabfälle sowie Nahrungsmittel- und Küchenabfälle. Die kommen nicht nur aus Haushalten, sondern auch aus Gastronomie, Kantinen, Büros und Handel.
Verwertet wird Bioabfall in der Regel auf zwei Wegen. Im Kompostwerk verrottet er zu Humus. In der Biogasanlage vergärt er zuerst zu Biogas, der Rest wird danach kompostiert. Die Vergärung ist technisch aufwändiger, gilt bei der Verbraucherzentrale aber als bessere Verwertung, weil dabei Energie entsteht.
Die getrennte Sammlung verringert die Restabfallmenge und vereinfacht dessen Behandlung. Vor allem können Humusbestandteile und Nährstoffe wie Phosphor als Kompost in den natürlichen Kreislauf zurückkehren. Was genau in die Tonne darf, regelt deine Kommune – je nachdem, wie der Bioabfall später verwertet wird.
Rechtliche Definition
„Bioabfälle im Sinne dieses Gesetzes sind biologisch abbaubare pflanzliche, tierische oder aus Pilzmaterialien bestehende 1. Garten- und Parkabfälle, 2. Landschaftspflegeabfälle, 3. Nahrungsmittel- und Küchenabfälle aus privaten Haushaltungen, aus dem Gaststätten-, Kantinen- und Cateringgewerbe, aus Büros und aus dem Groß- und Einzelhandel sowie mit den genannten Abfällen vergleichbare Abfälle aus Nahrungsmittelverarbeitungsbetrieben und 4. Abfälle aus sonstigen Herkunftsbereichen, die den in den Nummern 1 bis 3 genannten Abfällen nach Art, Beschaffenheit oder stofflichen Eigenschaften vergleichbar sind.“
So begegnet dir der Begriff
Als Biotonne – in vielen Kommunen meist braun oder grün.
- Im Gesetz
- Die öffentlich-rechtlichen Entsorger müssen Bioabfälle aus privaten Haushalten getrennt sammeln. Ausnahmen lässt das Gesetz zu, wenn die getrennte Sammlung technisch nicht möglich ist oder unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde. Vor Ort kann ein Anschlusszwang gelten: Dann musst du die Biotonne nutzen und bezahlen.
- In den Nachrichten
- Seit dem 1. Mai 2025 gelten strengere Regeln für Fremdstoffe im Bioabfall. Für dich ändert sich laut Verbraucherzentrale dadurch kaum etwas. Als Fremdstoffe gelten neben Kunststoff zum Beispiel auch Steine, Glas oder Keramik.
Im Alltag
- Sammle Küchenabfälle in einem kleinen, dicht schließenden Behälter und leere ihn mindestens alle drei Tage – das beugt Schimmel vor.
- Plastiktüten haben in der Biotonne nichts verloren. Der UBA-Umwelttipp zur Mülltrennung rät auch von Beuteln ab, die als „kompostierbar“ gekennzeichnet sind, weil die Sortiertechnik sie nicht von normalen Tüten unterscheiden kann. Ob solche Beutel bei dir zugelassen sind, sagt dir dein Entsorger. Die Verbraucherzentrale lässt sie nur gelten, wenn deine Kommune sie ausdrücklich erlaubt.
- Besser eignen sich spezielle Papiertüten, die sich im Kompostwerk zersetzen. Es geht auch ganz ohne Tüte, im Eimer mit Deckel.
- Selbst kompostieren setzt voraus, dass du genug Gartenfläche hast, um den Kompost auch zu nutzen.
Öko-Blick: Viele Kompostanlagen verkaufen Blumenerde mit eigenem Kompost – eine gute Wahl statt Erde mit Torf.
Zahlen mit Stand
Etwas mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte besitzt eine Biotonne.
Umweltbundesamt · Stand 13.04.2026
Getrennte Bioabfallsammlung reduziert die Restabfallmenge um rund ein Drittel.
Umweltbundesamt · Stand 13.04.2026
Kontrollwert Gesamtkunststoffe (Teile über 20 mm, bezogen auf die Frischmasse) bei festen Bioabfällen aus der Getrenntsammlung privater Haushalte, die zur Behandlung abgegeben werden: höchstens 1,0 % (§ 2a Abs. 3 Satz 3 und 4 BioAbfV).
BioAbfV
Rund 39 % des Restmülltonneninhalts waren Bioabfälle (Hausmüllanalyse für das UBA, Daten 2018).
Umweltbundesamt · Stand 28.07.2020
Nicht verwechseln
| Begriff | Unterschied zu Bioabfall |
|---|---|
| Restmüll | Bioabfall wird in der Regel kompostiert oder vergoren. Restmüll wird meist energetisch verwertet und steht für ein Recycling nicht mehr zur Verfügung. |
| Lebensmittelabfälle | Das KrWG definiert sie eigens: alle Lebensmittel, die zu Abfall geworden sind. Als Bioabfall nennt das Gesetz Nahrungsmittel- und Küchenabfälle neben Garten-, Park- und Landschaftspflegeabfällen. |
Häufige Irrtümer
IrrtumTüten aus kompostierbarem Kunststoff sind für die Biotonne gemacht.
Richtig istIn den meisten Kommunen sind sie nicht erwünscht, weil die Rottezeit im Kompostwerk in der Regel nicht reicht, um sie vollständig abzubauen. Erlaubt sind sie nur, wo die Kommune das ausdrücklich zulässt.
Quellen
Alle Quellen abgerufen am 28.10.2026
- Bundesministerium der Justiz: Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), § 3 Begriffsbestimmungen
- Umweltbundesamt: Mit richtiger Mülltrennung Ressourcen schonen und Umwelt schützen · 2026
- Verbraucherzentrale: Biomüll: Was gehört in die Biotonne und was nicht? · 2026
- Umweltbundesamt: Bioabfall verwerten und Kompost für den eigenen Garten gewinnen · 2026
- Bundesministerium der Justiz: Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), § 20 Pflichten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger
- Bundesministerium der Justiz: Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), § 9 Getrennte Sammlung und Behandlung von Abfällen zur Verwertung
- Stiftung Warentest: Neue Vorgaben: Was in die Biotonne gehört – und was nicht · 2025
- Bundesministerium der Justiz: Bioabfallverordnung (BioAbfV), § 2a Anforderungen an die Fremdstoffentfrachtung
- Umweltbundesamt: Deutschlands Restmüll hat sich in 35 Jahren fast halbiert (Pressemitteilung Nr. 33/2020) · 2020
Stand: 28.10.2026 · nächste Prüfung spätestens 28.07.2027. Korrekturen: keine. Fehler entdeckt? Sag uns Bescheid.
Dieser Eintrag wurde mit Hilfe von KI erstellt.