Haushalt & Wohnen · Verfahren
Fernwärme
Auch: Fernwärmeversorgung
Fernwärme ist Raumwärme und oft auch Warmwasser, die nicht im eigenen Haus entsteht, sondern über gedämmte Rohrleitungen ins Gebäude kommt.
Was steckt dahinter
Bei Fernwärme steht kein Kessel im Keller. Die Wärme kommt über meist erdverlegte, gedämmte Rohrleitungen ins Haus. Dort sitzt nur eine Übergabestation. Sie regelt den Durchfluss und misst, wie viel Wärme du verbrauchst.
Erzeugt wird die Wärme in der Regel in Heizkraftwerken. Als Energieträger dienen unter anderem Öl und Erdgas, Biomasse, Müll, industrielle Abwärme und zunehmend erneuerbare Quellen. Ein Weg ist die Kraft-Wärme-Kopplung: Strom und Wärme entstehen in einem Prozess, beides wird genutzt.
Wie klimafreundlich deine Fernwärme ist, hängt vom Energieträger, der Effizienz im Kraftwerk und den Leitungsverlusten ab. Über Nah- und Fernwärme lässt sich außerdem Abwärme nutzen, etwa aus Industrieanlagen oder Rechenzentren.
Eine Besonderheit: Jeder Fernwärmeanbieter ist vor Ort ein Monopolist, den Anbieter kannst du nicht wechseln. Bezahlt wird in der Regel ein Arbeitspreis für den tatsächlichen Verbrauch und ein Grundpreis für die angeschlossene Leistung, gegebenenfalls kommt ein Messpreis dazu. Bei kleineren Versorgungsgebieten ist auch von Nahwärme die Rede.
Rechtliche Definition
Das Gesetz definiert nicht ‚Fernwärme‘, sondern den Begriff ‚Wärmenetz‘:
„‚Wärmenetz‘ eine Einrichtung zur leitungsgebundenen Versorgung mit Wärme, die kein Gebäudenetz im Sinne des § 3 Absatz 1 Nummer 9a des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist“
So begegnet dir der Begriff
- In der kommunalen Wärmeplanung
- Der Wärmeplan ist das zur Veröffentlichung bestimmte Ergebnis dieser Planung. Dabei wird das beplante Gebiet in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt, eines davon ist das Wärmenetzgebiet. Das ist ein Teilgebiet, in dem ein Wärmenetz besteht oder geplant ist und ein erheblicher Anteil der Verbraucher vor Ort darüber versorgt werden soll. Aus dieser Einteilung entsteht aber keine Pflicht, eine bestimmte Wärmeversorgung tatsächlich zu nutzen.
- Im Vertrag
- Fernwärme-Versorgungsverträge laufen höchstens zehn Jahre. Kündigt niemand neun Monate vor Ablauf, verlängern sie sich um jeweils fünf Jahre. Kommunen können für manche Grundstücke einen Anschluss- und Benutzungszwang vorsehen. In den meisten Kommunen sind dann aber auch Heizungen mit erneuerbaren Energien möglich.
- Als Mieterin oder Mieter
- Ob ein Haus mit Fernwärme heizt, entscheiden allein die Eigentümer.
Im Alltag
- Ist in deinem Fernwärmevertrag die Leistung zu hoch angesetzt? Einmal im Jahr kannst du sie mit vier Wochen Frist zum Monatsende anpassen. Bis zu einer Reduktion um 50 Prozent brauchst du keinen Nachweis. Bei vielen Anbietern sinkt dadurch der Grundpreis.
- Stellst du ganz auf erneuerbare Energien um, kannst du mit zwei Monaten Frist kündigen – den Umstieg musst du belegen.
- Und vor einem Anschluss: Mach einen Vollkostenvergleich statt nur Preise pro Kilowattstunde nebeneinanderzulegen. Im Fernwärmepreis stecken die Umwandlungsverluste schon drin, beim Gas- oder Ölkessel entstehen sie erst im Haus.
Öko-Blick: Anbieter müssen ihre Netzverluste im Internet veröffentlichen – ein Hinweis darauf, wie effizient dein Netz arbeitet.
Zahlen mit Stand
Fernwärme wird in Deutschland zu zwei Dritteln mit fossilen Energien erzeugt, zu 20 % mit erneuerbaren Energien, zu 9 % mit Abwärme und zu 5 % mit nicht biogenem Abfall.
Verbraucherzentrale · Stand 09.07.2025
Fernwärme basiert zu 80 % auf fossilen Brennstoffen. Die beiden Quellen nennen also unterschiedliche fossile Anteile; die Ursache der Abweichung (Bezugsjahr, Abgrenzung) geben sie nicht an.
Stiftung Warentest · Stand 19.06.2025
Nicht verwechseln
| Begriff | Unterschied zu Fernwärme |
|---|---|
| Nahwärme | Gleiches Prinzip, aber für kleinere Versorgungsgebiete. |
| Gebäudenetz | Laut Gebäudemodernisierungsgesetz ein Netz, das ausschließlich mindestens zwei und bis zu 16 Gebäude mit bis zu 100 Wohneinheiten mit Wärme und Kälte versorgt. Eine leitungsgebundene Wärmeversorgung, die kein Gebäudenetz ist, gilt im Wärmeplanungsgesetz als Wärmenetz. |
| Zentralheizung | Bei der eigenen Zentralheizung entsteht die Wärme im Haus. Bei Fernwärme brauchst du keine eigene Heizungsanlage, nur eine Übergabestation. |
Häufige Irrtümer
IrrtumFernwärme ist automatisch klimafreundlich.
Richtig istDas hängt vom Energieträger, der Effizienz der Erzeugung und den Leitungsverlusten ab.
IrrtumWenn Fernwärme pro Kilowattstunde mehr kostet als Gas, ist sie teurer.
Richtig istEin reiner Preisvergleich greift zu kurz, weil im Fernwärmepreis die Umwandlungsverluste schon enthalten sind.
Quellen
Alle Quellen abgerufen am 28.10.2026
- Verbraucherzentrale: Fernwärme: Kosten sparen und gleichzeitig das Klima schonen · 2025
- Stiftung Warentest: Heizkosten Fernwärme: Was Kunden und Mieter wissen müssen · 2025
- Bundesministerium der Justiz: § 32 AVBFernwärmeV – Laufzeit des Versorgungsvertrages, Kündigung
- Bundesministerium der Justiz: § 3 AVBFernwärmeV – Anpassung der Leistung
- Umweltbundesamt: Wärmewende · 2026
- Bundesministerium der Justiz: § 3 WPG – Begriffsbestimmungen (Wärmeplanungsgesetz)
- Bundesministerium der Justiz: § 3 GModG – Begriffsbestimmungen
- Bundesministerium der Justiz: § 18 WPG – Einteilung des beplanten Gebiets in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete
Stand: 28.10.2026 · nächste Prüfung spätestens 28.04.2027. Korrekturen: keine. Fehler entdeckt? Sag uns Bescheid.
Dieser Eintrag wurde mit Hilfe von KI erstellt.