Ernährung & Saison · Konzept

Lebens­mittel­verschwendung

Auch: Verschwendung von Lebensmitteln, Food Waste

Lebensmittelverschwendung ist, wenn Lebensmittel auf dem Weg vom Feld zum Teller im Müll landen oder verloren gehen, statt von Menschen gegessen zu werden.

Von Emanuel Goldstein Geprüft am 28. Oktober 2026

Was steckt dahinter

Lebensmittel gehen überall in der Kette verloren: in der Landwirtschaft, in der Verarbeitung, im Handel, beim Essen außer Haus und zum größten Teil in privaten Haushalten. Mit weggeworfenen Lebensmitteln gehen auch die Ressourcen verloren, die in ihnen stecken, etwa Wasser, Ackerboden und Energie. Bei der Herstellung werden außerdem Emissionen freigesetzt. Laut Umweltbundesamt trägt die Verschwendung in nennenswerter Größenordnung zum Klimawandel bei.

Nicht jeder Lebensmittelabfall lässt sich vermeiden, eine Bananenschale zum Beispiel nicht. Den vermeidbaren Anteil machen gerade frische Lebensmittel aus. Und selbst wer Reste an Tiere verfüttert oder kompostiert, hat ein Stück weit verschwendet, denn Lebensmittel sind für den menschlichen Verzehr gedacht.

Seit 2019 gibt es eine Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, die die ganze Versorgungskette in den Blick nimmt. Ihr Ziel: die Lebensmittelabfälle bis 2030 deutlich reduzieren und Verluste weiter verringern.

So begegnet dir der Begriff

In Statistiken
Seit 2020 müssen die EU-Staaten ihre Lebensmittelabfälle jährlich erheben. In Deutschland sind dafür das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt verantwortlich.
Im Supermarkt
Immer mehr Händler bieten Produkte mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum reduziert an.

Und jedes Jahr im Herbst bei der Aktionswoche der Initiative „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesernährungsministeriums.

Im Alltag

  • Bevor du einkaufen gehst, schau in deine Vorräte und nimm einen Einkaufszettel mit.
  • Beim Einräumen wandert neue Ware nach hinten, ältere nach vorn. Reste kommen in den Kühlschrank und am nächsten Tag aufgewärmt oder neu verwertet auf den Tisch, oder du frierst sie ein.
  • Lass dich bei Obst und Gemüse nicht von kosmetischen Makeln leiten: Ob es schmeckt, hängt nicht vom Aussehen ab. Greif ruhig bewusst zu Ware der Klasse II oder ohne Klassenangabe.
  • Brauchst du etwas ohnehin bald, greif ruhig zu Produkten mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum. Das schont auch den Geldbeutel: Wer weniger wegwirft und mehr verwertet, muss weniger einkaufen.

Zahlen mit Stand

  • 2023: 10,9 Mio. Tonnen Lebensmittelabfälle entlang der Versorgungskette in Deutschland, rund 58 % davon in privaten Haushalten.

    Umweltbundesamt · Stand 27.10.2025

  • 2022: knapp 10,8 Mio. Tonnen, davon 6,3 Mio. Tonnen (58 %) in privaten Haushalten, 74,5 kg pro Person und Jahr (BMLEH nach UBA-Bericht).

    Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)

  • EU-Ziel bis Ende 2030 (Abfallrahmenrichtlinie, Revision EU 2025/1892): minus 10 % in der Verarbeitung, minus 30 % pro Kopf in Handel, Gastronomie und Haushalten.

    Umweltbundesamt · Stand 27.10.2025

Nicht verwechseln

BegriffUnterschied zu Lebensmittelverschwendung
LebensmittelabfälleZu den Lebensmittelabfällen zählen neben vermeidbaren Abfällen wie Speiseresten auch nicht essbare Teile wie Obstschalen, Strünke, Kaffeesatz oder Knochen. Rechtlich sind es Lebensmittel, die zu Abfall geworden sind.
LebensmittelverlusteSie kommen zu den Lebensmittelabfällen hinzu und entstehen entlang der Produktions- und Lebensmittelkette. Verluste vor und während der Ernte oder Schlachtung werden in der Statistik nicht als Lebensmittelabfall erfasst, weil sie rechtlich nicht so definiert sind.

Häufige Irrtümer

IrrtumIst das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen, gehört das Lebensmittel in den Müll.

Richtig istMit Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel nicht automatisch schlecht. Bei den meisten Lebensmitteln erkennst du mit Gucken, Riechen, Fühlen und Schmecken zuverlässig, ob sie noch essbar sind. Das gilt nicht für leicht Verderbliches und nicht für Lebensmittel mit Verbrauchsdatum.

IrrtumVerschwendet wird vor allem im Supermarkt.

Richtig istDie meisten Lebensmittel landen in privaten Haushalten im Müll. Der Handel wirft selbst verhältnismäßig wenig weg, hat aber über seine Qualitätsansprüche großen Einfluss auf die Verluste in der Produktion.

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 28.10.2026

  1. Umweltbundesamt: Lebensmittelabfälle · Stand 27.10.2025
  2. Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Lebensmittelabfälle in Deutschland: Aktuelle Zahlen nach Sektoren
  3. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Lebensmittelverschwendung – darum betrifft es uns · Stand 06.05.2025
  4. Bundesministerium der Justiz: Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), § 3 Begriffsbestimmungen
  5. Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Lebensmittelverschwendung (Themenseite)
  6. Umweltbundesamt: Umweltbewusst im Alltag: Lebensmittelverschwendung vermeiden · Stand 17.09.2026
  7. Verbraucherzentrale: Tipps zur Haltbarkeit und Lagerung von Lebensmitteln · Stand 25.02.2026
  8. Verbraucherzentrale: Marktcheck: Optisch perfektes Obst und Gemüse belastet Umwelt und Klima · Stand 27.07.2026

Stand: 28.10.2026 · nächste Prüfung spätestens 28.04.2027. Korrekturen: keine. Fehler entdeckt? Sag uns Bescheid.

Dieser Eintrag wurde mit Hilfe von KI erstellt.