Stoffe & Gesundheit · Stoff
Mikroplastik
Auch: Mikroplastikpartikel
Mikroplastik ist die Bezeichnung für kleine Kunststoffteilchen. Sie werden so hergestellt oder entstehen durch Abbau und Abnutzung größerer Kunststoffteile.
Was steckt dahinter
Wie genau Mikroplastik abzugrenzen ist, wird seit Jahren diskutiert. Häufig meint man Plastikteilchen, die kleiner als 5 mm sind. Sie bestehen aus wasserunlöslichen Kunststoffen, die meist aus Erdöl hergestellt werden.
Primäres Mikroplastik wird gezielt in dieser Form produziert. Sekundäres entsteht, wenn größere Kunststoffteile zerfallen und sich abnutzen. Typische Quellen dafür sind Plastikflaschen und andere Behälter, Fasern aus Textilien, Medizinprodukte und Reifenabrieb.
Nachgewiesen wurde Mikroplastik in allen Regionen der Erde, in vielen Lebensmitteln und Getränken und in menschlichen Organen. Wir nehmen es über Atemluft, Essen und Trinken auf. Wie viel genau, ist unklar.
Bei der Gesundheit kommen zwei Bundesbehörden zu unterschiedlichen Einschätzungen. Das Umweltbundesamt hält die konkrete Gefährdung der menschlichen Gesundheit für nicht abschätzbar. Trotz der Unsicherheiten sieht es aus der Gesamtschau der Studien aber einen hinreichenden Grund zur Annahme einer Gesundheitsschädigung beim Menschen. Das BfR sieht nach aktuellem Wissensstand keine belastbaren toxikologischen Hinweise auf gesundheitliche Risiken, wenn Mikroplastik über Lebensmittel aufgenommen wird. Den Nachweis von Kunststoffpartikeln in komplexen Proben sieht das BfR noch in den Anfängen.
So begegnet dir der Begriff
- In Kosmetik
- Die EU hat den Zusatz von primärem Mikroplastik in viele Produkte, etwa Kosmetik, im September 2023 stark beschränkt. Loser Glitter aus nicht abbaubarem Kunststoff ist seitdem verboten. In Lidschatten oder Lippenstift sind Mikroplastikteilchen und Kunststoffglitter aber noch bis 2035 erlaubt.
- In der Waschmaschine
- Chemiefasern wie Polyester oder Elastan geben beim Waschen Mikroplastik ab.
- Auf der Straße
- Auch Reifenabrieb wird zu Mikroplastik gezählt.
Im Alltag
- Wasch deine Kleidung so oft wie nötig, aber so selten wie möglich – das rät das Umweltbundesamt. Chemiefasern wie Polyester oder Elastan geben beim Waschen Mikroplastik ab.
- Fürs Kostüm gibt es losen Glitter, der biologisch abbaubar ist, zum Beispiel auf Zellulose-Basis.
Nicht verwechseln
| Begriff | Unterschied zu Mikroplastik |
|---|---|
| Nanoplastik | Noch kleinere Teilchen im Submikrometer- und Nanometerbereich fallen nicht unter die OECD-Definition von Mikroplastik, die das BfR heranzieht. |
| Reifenabrieb | Reifenabrieb wird zu Mikroplastik gerechnet, obwohl Gummi-ähnliche (elastomere) Materialien nach ISO-Norm streng genommen nicht als Plastik gelten. |
Häufige Irrtümer
IrrtumSeit 2023 ist Kunststoffglitter in Kosmetik komplett verboten.
Richtig istVerboten ist loser Glitter aus nicht abbaubarem Kunststoff. In Lidschatten oder Lippenstift sind Kunststoffglitter und Mikroplastikteilchen noch bis 2035 erlaubt.
IrrtumEs ist geklärt, wie gefährlich Mikroplastik für Menschen ist.
Richtig istDas UBA hält die konkrete Gefährdung für nicht abschätzbar. Auch das BfR verweist darauf, dass der Nachweis in komplexen Proben noch in den Anfängen steckt.
Quellen
Alle Quellen abgerufen am 28.10.2026
- Umweltbundesamt: Mikroplastik · 2025
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Mikroplastik im Gehirn · 2025
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Mikroplastik: Fakten, Forschung und offene Fragen · 2024
- Umweltbundesamt: Kleidung bewusst und nachhaltig konsumieren · 2025
- Verbraucherzentrale Bundesverband: Karnevalsschminke und Kostüme: Schadstoffe und Reizungen vermeiden · 2026
Stand: 28.10.2026 · nächste Prüfung spätestens 28.04.2027. Korrekturen: keine. Fehler entdeckt? Sag uns Bescheid.
Dieser Eintrag wurde mit Hilfe von KI erstellt.