Kurkuma wächst in den tropischen Regionen Asiens. Nach Deutschland kamen 2025 laut der EU-Handelsstatistik Eurostat Comext rund 7.200 Tonnen, verteilt über jeden Monat des Jahres. Rund zwei Drittel davon lieferte Indien direkt – anders als beim Ingwer, der zum größten Teil über die Niederlande kommt. Woher dein Glas stammt, verraten dir nur das Etikett oder eine Nachfrage im Geschäft.
Das gelbe Pulver in deinem Gewürzregal hat einen weiten Weg hinter sich. Meist führt er übers Meer: Was 2025 von außerhalb der EU direkt nach Deutschland kam, reiste fast vollständig per Schiff. Die amtliche Handelsstatistik verrät noch mehr über die Herkunft. Sie hat aber auch blinde Flecken, und die solltest du kennen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kurkuma gedeiht in den tropischen Regionen Asiens. Eine verlässliche weltweite Rangliste der Anbauländer haben wir nicht gefunden.
- 2025 führte Deutschland rund 7.200 Tonnen Kurkuma ein, rund ein Viertel mehr als 2024. Rund zwei Drittel kamen direkt aus Indien, mit Abstand folgten die Niederlande als Versandland.
- Die Statistik trennt nicht zwischen frischer Kurkuma, getrockneten Stücken und Pulver.
- Direkt von außerhalb der EU kam Kurkuma 2025 fast vollständig per Schiff.
- Wegen eines Pflanzenschädlings gelten seit dem 15. Oktober 2026 zusätzliche EU-Regeln für Kurkuma-Wurzelstöcke (Rhizome) von außerhalb der EU.
Wo wächst Kurkuma?
Kurkuma (Curcuma longa) ist eng mit dem Ingwer verwandt. Was die beiden unterscheidet, steht in Kurkuma und Ingwer – was ist der Unterschied?. Genutzt wird der intensiv gelbe Wurzelstock, deshalb heißt Kurkuma auch Gelbwurzel. Die Pflanze gedeiht laut Verbraucherzentrale in den tropischen Regionen Asiens.
Welche Länder weltweit am meisten Kurkuma anbauen, können wir dir nicht belastbar sagen. Eine amtliche Rangliste wie beim Ingwer haben wir nicht gefunden. Das Problem kennen auch Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). In ihrer Ökobilanz von 2026 schreiben sie: Gewürze werden in Wirtschafts- und Statistikdaten oft nicht gesondert geführt. Und die Handelsdaten sind bei Gewürzen wie Kurkuma nicht fein genug aufgeschlüsselt.
Wie viel Kurkuma kommt nach Deutschland?
Rund 7.200 Tonnen Kurkuma führte Deutschland 2025 ein, 2024 waren es knapp 5.700 Tonnen. Das zeigt die EU-Handelsstatistik Eurostat Comext. Eingeführt wurde in jedem Monat des Jahres. 2025 lag die Menge zwischen gut 400 Tonnen im Juni und 760 Tonnen im September. Auch 2026 kam bis Juli jeden Monat Kurkuma an (Datenstand der Statistik: Oktober 2026).
Eine Einschränkung gilt: Für Kurkuma gibt es in der Statistik nur eine einzige Warennummer (0910 30 00). Frische Rhizome, getrocknete Stücke und Pulver landen darin gemeinsam. Wie viel davon frisch war, lässt sich also nicht ablesen. Ob es frische Kurkuma das ganze Jahr über gibt, verrät die Statistik deshalb auch nicht.
Aus welchen Ländern kommt Kurkuma zu uns?
Der größte Teil kommt direkt aus Indien. 2025 lieferte Indien rund 4.800 Tonnen, also rund zwei Drittel der gesamten Einfuhr. 2024 war der Anteil ähnlich hoch. Mit deutlichem Abstand folgten die Niederlande mit rund 1.300 Tonnen. Aus allen anderen Ländern kamen nur kleine Mengen, 2025 vor allem aus Vietnam, Spanien, Österreich und Madagaskar.
Beim Ingwer ist es genau umgekehrt. Er kommt zum größten Teil über die Niederlande nach Deutschland, wie unser Artikel Woher kommt unser Ingwer? zeigt. Gründe für diesen Unterschied nennt die Statistik nicht.
Gewachsen ist die Kurkuma aus den Niederlanden, Spanien oder Österreich dort nicht unbedingt. Das liegt an der Zählweise von Eurostat: Bei Einfuhren von außerhalb der EU ist das Partnerland das Ursprungsland. Bei Lieferungen aus einem anderen EU-Staat ist es dagegen das Versendungsland, also der Staat, aus dem die Ware losgeschickt wurde.
Die Niederlande selbst führten 2025 rund 9.200 Tonnen Kurkuma ein, vor allem aus Indien und Peru. Welcher Teil davon weiter nach Deutschland ging, zeigen die Daten nicht. Auch unter den kleineren Lieferländern wechselt die Reihenfolge. 2024 lag Peru unter den Ländern außerhalb der EU noch auf Platz zwei hinter Indien, 2025 nicht mehr.
| Frage | Was die Statistik zeigt | Wo ihre Grenze liegt |
|---|---|---|
| Wie viel kam 2025? | rund 7.200 Tonnen | frisch, getrocknet und gemahlen zusammen |
| Wann wird eingeführt? | in jedem Monat des Jahres | ob frische Kurkuma darunter ist, bleibt offen |
| Wichtigstes Lieferland? | Indien, rund zwei Drittel der Menge | gilt für 2024 und 2025 |
| Über welches EU-Land? | vor allem über die Niederlande | zeigt das Versendungsland, nicht das Anbauland |
| Woher stammt mein Glas? | keine Angabe | nur Etikett oder Nachfrage helfen |
Kommt Kurkuma per Schiff oder per Flugzeug?
Für die Kurkuma, die direkt von außerhalb der EU nach Deutschland kommt, ist die Antwort eindeutig: per Schiff. Die EU-Handelsstatistik hält bei diesen Einfuhren fest, mit welchem Verkehrsmittel die Ware an der EU-Außengrenze ankam. Für Kurkuma sieht das laut Eurostat Comext so aus:
| Direkteinfuhr nach Deutschland | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| per Schiff | 4.062 Tonnen | 5.240 Tonnen |
| per Flugzeug | 47 Tonnen | 88 Tonnen |
| auf der Straße | 45 Tonnen | 25 Tonnen |
2025 kamen damit rund 98 Prozent der Direkteinfuhren per Schiff. Aus Indien waren es rund 4.760 Tonnen per Schiff und 63 Tonnen per Flugzeug.
Eine Lücke bleibt. Gut ein Viertel der Kurkuma kam 2025 über andere EU-Staaten nach Deutschland. Für diesen Teil erfasst die Statistik kein Verkehrsmittel. Eine Klimabilanz speziell für Kurkuma im deutschen Handel, die wir nachprüfen konnten, haben wir nicht gefunden.
Welche Regeln gelten für den Import?
Frische Wurzelstöcke können einen Pflanzenschädling einschleppen, das Bakterium Ralstonia pseudosolanacearum. Für Mensch und Tier ist es nicht gefährlich (Pflanzenschutzdienst Bremen, 2023). Seit dem 15. Oktober 2026 verlangt die EU deshalb für Kurkuma-Rhizome aus Ländern außerhalb der EU eine amtliche Feststellung zu diesem Bakterium. Das gilt ausdrücklich auch für Rhizome, die nicht zum Anpflanzen bestimmt sind (Durchführungsverordnung (EU) 2026/826).
Getrocknete Kurkuma aus Indien wird wegen möglicher Rückstände des Begasungsmittels Ethylenoxid an der EU-Grenze verstärkt kontrolliert (Durchführungsverordnung (EU) 2019/1793, Fassung vom 30.06.2026).
Woran erkennst du beim Einkauf die Herkunft?
Pflicht ist die Herkunftsangabe nach dem EU-Kennzeichnungsrecht nicht in jedem Fall. Die Lebensmittelinformationsverordnung verlangt sie unter anderem, „falls ohne diese Angabe eine Irreführung der Verbraucher über das tatsächliche Ursprungsland oder den tatsächlichen Herkunftsort des Lebensmittels möglich wäre“. Eine eigene Herkunftspflicht nur für Kurkuma haben wir nicht gefunden.
Freiwillig darf das Ursprungsland natürlich draufstehen. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zählt es zu den wichtigen Informationen auf dem Etikett von Gewürzen. Anbieter von Ware mit hoher Qualität nennen oft auch Anbaugebiet oder Erntejahr.
Bei verpackter Bio-Kurkuma mit EU-Bio-Logo hilft eine kleine Zeile. Im Sichtfeld des Logos muss stehen, ob die Zutaten aus EU-Landwirtschaft, Nicht-EU-Landwirtschaft oder beidem stammen. Ein bestimmtes Anbauland erfährst du so aber nicht immer.
Das kannst du tun
- Aufs Etikett schauen
Such auf der Packung nach dem Ursprungsland, beim Onlinekauf in der Produktbeschreibung.
- Bei Bio-Ware die Zeile am EU-Bio-Logo lesen
Dort steht, ob die Zutaten aus EU-, Nicht-EU-Landwirtschaft oder beidem stammen. Ein bestimmtes Land steht nur manchmal dort.
- Nachfragen, wenn dir die Herkunft wichtig ist
Auf dem Wochenmarkt oder im Fachhandel kannst du nach Herkunft und Ernte fragen. Seriöse Händler geben dazu meist gern Auskunft, schreibt das BZfE. Online lohnt ein genauer Blick auf die Angaben zu Herkunft und Verarbeitung.
Öko-Blick: Wo liegt der größere Hebel?
Flugware ist bei Kurkuma die Ausnahme. Fast alles, was direkt von außerhalb der EU kommt, reist per Schiff. Bei den meisten konventionell angebauten Gewürzen entstehen die meisten Treibhausgase laut der ZHAW-Ökobilanz ohnehin beim Anbau. Treiber sind vor allem Mineraldünger, Pflanzenschutzmittel und die Umwandlung von Flächen. Die Forschenden betonen selbst, dass ihre Ergebnisse nur eine Orientierung geben.
Häufige Fragen
Ist Kurkuma, die über die Niederlande kommt, dort gewachsen?
Das lässt sich aus der Statistik nicht ablesen. Bei Lieferungen aus einem anderen EU-Staat zählt Eurostat das Versendungsland, nicht das Anbauland.
Gibt es frische Kurkuma das ganze Jahr?
Kurkuma insgesamt wird in jedem Monat eingeführt. Ob frische Ware darunter ist, zeigt die Statistik nicht, denn sie trennt nicht zwischen frischer Kurkuma und Pulver.
Muss die Herkunft auf der Packung stehen?
Nicht in jedem Fall. Nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung ist die Herkunftsangabe unter anderem dann Pflicht, wenn sonst eine Irreführung über die Herkunft möglich wäre. Bei verpackter Bio-Ware mit EU-Bio-Logo steht immerhin, ob die Zutaten aus EU- oder Nicht-EU-Landwirtschaft stammen.
Gibt es Kurkuma aus Deutschland?
Einen Anbau für den Handel in Deutschland haben wir in Behördenquellen nicht gefunden.
Gibt es fair gehandelte Kurkuma?
Wie viel fair gehandelte Kurkuma es in Deutschland gibt, haben wir in Behördenquellen nicht gefunden. Gewürze gehören aber zu den Lebensmitteln aus Fairem Handel. Achte auf ein Siegel und nicht nur auf das Wort „fair“. Der Begriff ist laut Verbraucherzentrale gesetzlich nicht geschützt, ein einheitliches Siegel gibt es nicht.
Kurkuma wächst in den Tropen Asiens und kommt in jedem Monat des Jahres nach Deutschland, zu rund zwei Dritteln direkt aus Indien. Was direkt von außerhalb der EU kommt, reist fast immer per Schiff. Wo dein Glas herkommt, verrät die Statistik nicht. Schau aufs Etikett und auf die Zeile am EU-Bio-Logo und frag nach. Und pflanz Speise-Kurkuma nicht ein.
Quellen & Grundlagen
- Eurostat Comext — EU trade since 1988 by HS2-4-6 and CN8 (DS-045409): Einfuhr Deutschland, KN 0910 30 00 Kurkuma, nach Partnerland (Datensatz aktualisiert 16.10.2026; ausgewertet: Kalenderjahre 2024 und 2025)
- Eurostat Comext — DS-045409: Einfuhr Deutschland, KN 0910 30 00, monatlich (Datensatz aktualisiert 16.10.2026; ausgewertet: 01/2024 bis 07/2026)
- Eurostat Comext — DS-045409: Einfuhr Niederlande, KN 0910 30 00 (Datensatz aktualisiert 16.10.2026; ausgewertet: Kalenderjahr 2025)
- Eurostat Comext — Extra-EU trade since 2002 by mode of transport, by HS2-4-6 (DS-059334): Einfuhr Deutschland aus Drittländern, HS 0910 30, nach Verkehrszweig (Datensatz aktualisiert 16.10.2026; ausgewertet: Kalenderjahre 2024 und 2025)
- Eurostat — International trade in goods, detailed data: Metadaten (06.10.2025)
- Verbraucherzentrale — Kurkuma: Fakten und Mythen (18.03.2026)
- Verbraucherzentrale — EU-Bio-Logo: Einheitliches Logo für verpackte Öko-Produkte (12.03.2026)
- Verbraucherzentrale — Fairer Handel: Einkauf mit gutem Gewissen (13.04.2026)
- BZfE — Gewürze und Kräuter sicher genießen (11.03.2026)
- EU — Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Art. 26, konsolidierte Fassung (01.04.2025)
- Amtsblatt der EU — Durchführungsverordnung (EU) 2026/826 der Kommission vom 14. April 2026 (15.04.2026; Anhang VII Nr. 22.2; gilt ab 15.10.2026)
- EU — Durchführungsverordnung (EU) 2019/1793 über verstärkte amtliche Kontrollen beim Eingang bestimmter Waren, Anhang II, konsolidierte Fassung (30.06.2026)
- Pflanzenschutzdienst Bremen (LMTVet) — Ingwer und Kurkuma – Bitte nicht anpflanzen! (Infoblatt, 15.08.2023) · Evergreen (phytopathologisches Grundwissen), Quellenstand 15.08.2023
- Bolliger C., Itten R., Stucki M. (ZHAW): From Farm to Flavor: Carbon and Biodiversity Footprint of the Global Spice Market. Environmental Science & Technology 60(15), 11421–11433 (07.04.2026). Forschungsarbeit, ergänzend zu Handelsdaten und Ökobilanz
Stand: 2026. Alle Angaben nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Erstellung.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).


