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Halloween ohne Wegwerf-Grusel: Kostüm, Schminke, Kürbis und Kerzen

Kostüm leihen statt kaufen, Schminke ohne Reizungen, Kürbis-Fruchtfleisch verwerten und Kerzen sicher nutzen: so feierst du Halloween mit wenig Müll.

Emanuel Goldstein 19. Oktober 2026 10 Min Lesezeit

Teil des Themas: Herbst →

Orangefarbener Kürbis mit abgeschnittenem Deckel neben einer Schüssel mit Kürbisfruchtfleisch

Vom Speisekürbis wandert das Fruchtfleisch in den Topf statt in die Tonne. Foto: Kelly Sikkema / Unsplash

Halloween geht gut ohne Wegwerf-Kostüm: Leih, tausch oder kauf es gebraucht, und wasch es vor dem ersten Tragen. Für die Schminke eignen sich wasserlösliche Farben, die mit Wasser und Seife wieder abgehen; auf bunte Kontaktlinsen verzichtest du besser. Das Fruchtfleisch eines Speisekürbisses wird zu Suppe oder Kuchen, und im Kürbis leuchtet ein elektrisches Licht ohne offene Flamme.

Ein Kostüm für einen einzigen Abend, ein Kürbis, der bald in der Tonne landet, dazu Teelichter: Halloween kann ganz schön viel Müll machen. Muss es aber nicht. Und wenn du schon dabei bist, schonst du gleich auch Haut und Augen.

Halloween ohne Wegwerf-Grusel, das Wichtigste auf einen Blick

  • Kostüme leihen, tauschen, mieten oder gebraucht kaufen. Neue Kostüme vor dem Tragen waschen oder etwas darunter anziehen.
  • Kunststoff-Kostüme, Perücken und Bärte können schnell Feuer fangen: Abstand zu Kerzen halten.
  • Wasserlösliche Schminke statt Wachsstifte, keine Mineralöl-Schminke auf die Lippen, bunte Kontaktlinsen höchstens kurz.
  • Nur Speisekürbisse essen. Das Fruchtfleisch beim Aushöhlen gleich für die Küche abtrennen.
  • Im Kürbis leuchtet ein elektrisches Licht ohne offene Flamme. Teelichthülsen aus Aluminium gehören ins Recycling.

Woher bekomme ich ein Kostüm, ohne neu zu kaufen?

Ein Kostüm, das es schon gibt, muss nicht neu hergestellt werden. Das schont Ressourcen. Die Verbraucherzentrale hat ihre Tipps für Karneval geschrieben. Für Halloween-Kostüme und -Schminke passen sie genauso. Sie nennt mehrere Wege: ausleihen oder tauschen, etwa im Freundeskreis oder bei Kostüm-Tauschbörsen. Auch Secondhand- und Vintage-Läden haben Kostüme – das klappt notfalls noch in letzter Minute. Wer gern bastelt, näht oder baut sich sein Kostüm selbst.

Für Kinder lohnt ein Blick auf Kleiderbasare mit gebrauchter Ware, die gibt es vielerorts schon lange. Oder du lädst zur Kleidertauschparty ein. Für einmalige Anlässe wie eine Themenparty rät das Umweltbundesamt außerdem, Kleidung zu mieten oder auszuleihen. Worauf du beim Gebrauchtkauf achtest, steht in unserem Artikel Secondhand zuerst.

Soll es doch ein neues Kostüm aus dem Netz sein? Dann schau ins Impressum des Shops. So siehst du, ob der Händler seinen Sitz in der EU hat. Das Umweltbundesamt rät ebenfalls, sich vor der Bestellung zu informieren, ob die Ware die EU-Standards einhält – zum Beispiel beim Einsatz von Chemikalien.

Worauf achte ich beim Kostüm selbst?

Erst waschen, dann tragen. Kostüme können Stoffe enthalten, die Haut und Schleimhäute reizen oder Allergien auslösen. Die Verbraucherzentrale verweist auf Funde einer Untersuchungsbehörde, bei denen vor allem schwarze Stoffe betroffen waren. Wer ein Kostüm nicht waschen kann, zieht Leggings und T-Shirt darunter. Das hält an einem kalten Oktoberabend nebenbei auch warm.

Einmal schnuppern. In Masken und Kostümteilen aus weichem Plastik können Lösemittel, Weichmacher oder andere Schadstoffe stecken. Manche verraten sich am Geruch. Riecht ein Teil stark nach Kunststoff oder Chemie, hältst du es besser von der Haut fern und greifst zu Selbstgebasteltem oder Schminke.

Abstand zu Flammen. Kostüme, Masken, Bärte und Perücken aus Kunststoff wie Polyester oder Nylon können sehr schnell Feuer fangen. Bei Baumwolle geht das nicht so schnell. Wer ein Kunststoff-Kostüm trägt, hält deshalb Abstand zu Funken und Flammen – auch zum leuchtenden Kürbis vor der Haustür. Beim Kauf rät die Verbraucherzentrale, auf den Vermerk „Schwer entflammbar“ auf dem Etikett zu achten.

Welche Schminke ist besser für Haut und Umwelt?

Schminke gehört bei vielen dazu, gerade bei Kindern. Hier lohnt der Blick aufs Etikett, denn Farb- und Konservierungsstoffe können die Haut reizen. Die Verbraucherzentrale gibt dazu klare Hinweise:

  • Wasserlösliche Farben statt Wachsstifte: Aquafarben trägst du wie Wassermalfarben mit Pinsel oder Schwamm auf. Anders als Farben auf Paraffinbasis dichten sie die Poren nicht ab. Abschminken geht mit Wasser und Seife.
  • Keine Mineralöl-Schminke auf die Lippen: Mineralöle wie Paraffin oder Petrolatum verschluckst du über die Lippen oft mit. Diese Stoffe können sich im Körper anreichern. Zertifizierte Naturkosmetik ist laut Verbraucherzentrale frei von Mineralölen und Azofarbstoffen. Du erkennst sie an einem Naturkosmetik-Siegel.
  • Bei Allergien die Inhaltsstoffe lesen: Sie stehen meist unter „Ingredients“ auf der Verpackung. Bei kleinen Tiegeln, Tuben und Stiften muss der Handel die Angaben am Regal bereitstellen. Findest du sie nicht, frag im Geschäft nach.

Und der Glitzer? Loser Glitter aus nicht abbaubarem Kunststoff darf seit dem EU-Mikroplastikverbot von 2023 nicht mehr verkauft werden. In Lidschatten oder Lippenstift sind Kunststoffglitter und Mikroplastik dagegen noch bis 2035 erlaubt. Willst du trotzdem glitzern, gibt es biologisch abbaubaren losen Glitter, zum Beispiel auf Zellulosebasis.

Bunte Kontaktlinsen sehen gruselig aus, sind fürs Auge aber heikel. Sie sind oft luftdicht, sodass die Hornhaut bei längerem Tragen durch Sauerstoffmangel aufquellen kann. Die Sehfähigkeit kann Schaden nehmen, und ohne sorgfältige Hygiene drohen Infektionen. Katzenaugen und andere Formen schränken zudem das Sichtfeld ein – im Straßenverkehr ist das gefährlich. Die Verbraucherzentrale rät, darauf zu verzichten oder sie nur kurz zu tragen. Frag vor dem Kauf bei einer Optikerin, einem Optiker oder in der Augenarztpraxis nach.

Was mache ich mit dem Inneren des Kürbisses?

Essen darfst du nur Kürbisse, die ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnet sind, denn Zierkürbisse enthalten giftige Bitterstoffe. Ist es ein Speisekürbis, ist auch das Fruchtfleisch deines Halloween-Kürbisses essbar. Im Herbst gibt es reichlich Kürbis aus deutschem Anbau, der meist ohne lange Transportwege in den Laden kommt – greif am besten zu dem.

Die im Handel oft als „Halloweenkürbis“ verkauften Gartenkürbisse lassen sich leicht aushöhlen. Sie haben wenig Fruchtfleisch, dafür grobe Fasern und Kerne, und schmecken eher neutral. Mit Gewürzen und aromatischen Zutaten werden daraus trotzdem Suppen, Eintöpfe, Kürbiskuchen, Chutneys oder Konfitüre. Willst du mehr fürs Essen herausholen? Dann schnitz einen kleinen Hokkaido. Den gibt es im Herbst überall, und er ist preiswert. Der ist schwieriger zu bearbeiten und hat weniger Hohlraum, aber viel aromatisches Fruchtfleisch.

  1. Aushöhlen und gleich sortieren

    Mit einem Esslöffel höhlst du den Kürbis aus. Feste Stücke kommen in eine Schüssel für die Küche, grobe Fasern und Kerne in den Biomüll.

  2. Ein rohes Stück probieren

    Probier vor dem Kochen ein kleines rohes Stück. Schmeckt es bitter, iss nichts davon und entsorge den ganzen Kürbis.

  3. Bald verbrauchen

    Luftdicht verpackt hält das Fruchtfleisch im Gemüsefach ein paar Tage bis etwa eine Woche.

  4. Für später einfrieren

    Roh kannst du Kürbis klein geschnitten oder als Mus einfrieren. Vor dem Essen kochst du beides einmal gut auf. Auch fertige Suppe oder gekochte Stücke lassen sich einfrieren.

Bei Kohl gehört kurzes Blanchieren vor dem Einfrieren dazu. Beim Kürbis ist es kein Muss: Es erhält Farbe und Inhaltsstoffe, nötig ist es laut BZfE aber nicht. Wie das Einfrieren bei anderem Gemüse klappt, steht in Gemüse einfrieren statt wegwerfen.

Wie setze ich Kerzen sicher und sauber ein?

Ein Licht im Kürbis gehört für viele dazu. Gut geeignet ist ein elektrisches Licht. Es hat keine offene Flamme, an der ein Kostüm Feuer fangen kann. Kostüme, Masken, Bärte und Perücken aus Kunststoff können nämlich schnell Feuer fangen. Nimmst du doch eine Wachskerze, behältst du sie im Blick und hältst Kostüme aus Kunststoff auf Abstand.

Läuft dein Licht mit Batterien, sind Akkus meist die bessere Wahl. Strom aus Einwegbatterien ist laut Umweltbundesamt mindestens 300-mal teurer als Strom aus dem Netz. Leere Batterien und Akkus gehören nicht in den Hausmüll: Du gibst sie kostenlos im Handel ab, wo es Batterien zu kaufen gibt.

In Zugluft rußen Kerzen stärker, ebenso bei einem zu langen Docht. Eine flackernde Flamme setzt mehr Schadstoffe wie Formaldehyd und Ruß frei. Die Verbraucherzentrale rät, den Docht vor jedem Anzünden auf höchstens einen Zentimeter zu kürzen. Kerzen ohne Duft sind die sicherere Wahl, denn Duftstoffe können Allergien oder Kopfschmerzen auslösen. Auch Glitter, Lack oder Schnee-Deko auf der Kerze können beim Abbrennen die Luft belasten.

Auch das Wachs macht einen Unterschied. Paraffin ist ein Nebenprodukt der Erdölraffination, Stearin wird häufig aus Palmöl hergestellt, für dessen Anbau oft Regenwald zerstört wird. Kerzen aus recycelten Öl- und Fettabfällen sind für den Ressourcenschutz sinnvoll. Draufstehen muss die Wachsart aber nicht, und „Bio“ heißt bei Kerzen meist nicht Bio-Anbau.

Und danach? Aluminiumhülsen von Teelichtern sind gut recycelbar. Sie gehören nicht in den Restmüll, sondern in die Wertstofftonne oder zum Wertstoffhof. Praktischer und besser für die Umwelt sind Teelichter ohne Aluminiumhülse in einem nachfüllbaren Halter aus Glas. Kerzenreste kannst du zu neuen Kerzen gießen oder an Sammelstellen abgeben.

Und wenn ein Streich danebengeht?

Rasierschaum am Auto, Glibber im Briefkasten: Manchmal kippt „Süßes oder Saures“ ins Saure. Rechtlich gilt: Kinder unter sieben Jahren sind für einen Schaden nicht verantwortlich (§ 828 BGB). Ältere Kinder und Jugendliche können selbst haften, wenn sie die nötige Einsicht hatten. Für Unfälle mit Autos oder Bahnen gelten Sonderregeln. Daneben haften grundsätzlich die Eltern, wenn ihr Kind Aufsicht braucht. Das entfällt, wenn sie gut genug aufgepasst haben oder der Schaden auch dann passiert wäre (§ 832 BGB). Haftet jemand, springt unter Umständen seine private Haftpflichtversicherung ein. Was genau gilt, hängt vom Einzelfall und vom Versicherungsvertrag ab.

Ist am eigenen Haus etwas beschädigt, meldest du es laut Verbraucherzentrale sofort der Versicherung und zeigst es an. Beschmierte Wände oder verklebte Schlösser zahlt die Wohngebäudeversicherung, wenn Vandalismus mitversichert ist. Am Auto deckt das nur eine Vollkasko. Sprecht vor dem Losziehen kurz ab, was ein Spaß ist und wo er aufhört.

So gehst du vor

  • Eine Woche vorher: Im Kleiderschrank, im Freundeskreis oder auf einem Kleiderbasar nach Kostümteilen suchen. Erst danach überlegen, was wirklich fehlt.
  • Neues Kostüm: waschen, wenn das Etikett es erlaubt. Sonst Leggings und T-Shirt darunter. Riecht es stark nach Chemie, nicht auf die Haut.
  • Schminke: wasserlösliche Farben nehmen, die Lippen frei von Mineralöl-Schminke lassen und bei Allergien die Inhaltsstoffe lesen. Abends mit Wasser und Seife abschminken.
  • Kontaktlinsen: lieber Schminke um die Augen als bunte Linsen. Wenn doch, nur kurz und erst nach Rat aus Optik- oder Augenarztpraxis.
  • Kürbis: einen gekennzeichneten Speisekürbis kaufen, beim Aushöhlen das Fruchtfleisch abtrennen und in den nächsten Tagen kochen oder einfrieren.
  • Licht: im Kürbis ein elektrisches Licht. Wachskerzen nur, wenn du sie im Blick behältst, mit kurzem Docht, ohne Duft und weit weg von Kostümen aus Kunststoff.
  • Danach: Kostüm weitergeben oder für nächstes Jahr einlagern, Teelichthülsen ins Recycling, Kerzenreste sammeln, leere Batterien in die Sammelbox im Handel.

Häufige Fragen

Kann ich das Fruchtfleisch meines Halloween-Kürbisses essen?

Ja, wenn es ein Speisekürbis ist. Zierkürbisse enthalten giftige Bitterstoffe. Essen solltest du deshalb nur Kürbisse, die ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnet sind. Schmeckt ein rohes Probierstück bitter, entsorgst du den ganzen Kürbis.

Wie bekomme ich Halloween-Schminke wieder ab?

Wasserlösliche Schminke, sogenannte Aquafarben, geht laut Verbraucherzentrale einfach mit Wasser und Seife ab. Farben auf Paraffinbasis dichten die Poren eher ab, deshalb sind wasserlösliche Farben die bessere Wahl.

Sind Teelichter im ausgehöhlten Kürbis gefährlich?

Eine Wachskerze brennt auch im Kürbis offen. Ein elektrisches Licht hat keine offene Flamme. Halte Kinder in Kostümen aus Kunststoff von der Flamme fern, denn solche Kostüme können schnell Feuer fangen.

Wohin mit den leeren Teelichthülsen?

Aluminiumhülsen sind gut recycelbar und gehören nicht in den Restmüll. Du gibst sie in die Wertstofftonne oder bringst sie zum Wertstoffhof.

Ein Halloween mit wenig Müll ist vor allem eins mit wenig Neukauf: Kostüme leihen, tauschen oder gebraucht kaufen und neue vor dem Tragen waschen. Wasserlösliche Schminke schont die Haut, bunte Kontaktlinsen bleiben besser im Laden. Vom Speisekürbis landet das Fruchtfleisch im Topf statt im Müll. Und das Licht im Kürbis darf gern elektrisch sein – Wachskerzen nur, wenn du sie im Blick behältst, und mit Abstand zu Kunststoff-Kostümen.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).