Energie

Heizlüfter, Ölradiator, Heizdecke: Was elektrische Zusatzwärme kostet

Was kostet eine Stunde Heizlüfter, Ölradiator oder Heizdecke? So rechnest du es selbst aus – und warum du erst dich wärmst, dann den Raum.

Emanuel Goldstein 23. Oktober 2026 10 Min Lesezeit

Teil des Themas: Heizen →

Eine Person sitzt in eine flauschige Decke gehüllt und hält eine Tasse

Erst dich wärmen, dann den Raum. Foto: Amin Hasani / Unsplash

Mit einem Heizlüfter sparst du kein Geld, sagt die Verbraucherzentrale. Mit 2.000 Watt kostet eine Stunde bei voller Leistung rund 76 Cent, gerechnet mit dem Durchschnittspreis für Haushaltsstrom im 1. Halbjahr 2026. Für Ölradiatoren gilt dieselbe Rechnung, denn es zählen nur Watt und Stunden. Unsere Reihenfolge: erst dich wärmen, dann den Raum – und den Raum elektrisch nur kurz, als Notlösung.

Das Homeoffice ist kalt, die Heizung soll aber nicht fürs ganze Haus laufen. Da liegt der Gedanke nahe, schnell einen Heizlüfter neben den Schreibtisch zu stellen. Ob das teuer wird, kannst du in zwei Minuten selbst ausrechnen. Du brauchst nur die Watt-Angabe vom Gerät und den Arbeitspreis von deiner Stromrechnung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Kosten eines Elektroheizgeräts sind Leistung mal Betriebszeit mal Strompreis. Ob Lüfter, Ölradiator oder Heizdecke, ändert an dieser Rechnung nichts.
  • Ein Gerät mit 2.000 Watt kostet bei voller Leistung rund 76 Cent pro Stunde (37,97 Cent je Kilowattstunde, Durchschnitt 1. Halbjahr 2026, Grundpreis eingerechnet).
  • Die Reihenfolge: zuerst körpernah wärmen, etwa mit einer Heizdecke. Den Raum elektrisch heizen nur kurz und im Notfall.
  • Die Verbraucherzentrale sagt über Heizlüfter: „Geld sparen können Sie mit ihnen nicht.“ Nutz sie nur räumlich und zeitlich begrenzt, etwa wenn die Heizung ausfällt.
  • Heizen mit einer Split-Klimaanlage plus Gasheizung war im Test der Stiftung Warentest rund ein Fünftel billiger als nur mit Gas. Wer schon eine Wärmepumpe hat, spart damit eher nicht.

Was kostet eine Stunde mit dem Heizlüfter?

Die Rechnung ist einfach. Die Verbraucherzentrale erklärt sie so: 1 Wattstunde sind 0,001 Kilowattstunden. Ein Gerät mit 100 Watt verbraucht in einer Stunde also 0,1 Kilowattstunden. Das multiplizierst du mit deinem Strompreis.

Private Haushalte zahlten im 1. Halbjahr 2026 im Schnitt 37,97 Cent je Kilowattstunde Strom. Darin sind Grundpreis, Netzentgelte, Steuern und Umlagen eingerechnet. Damit kostet eine Stunde bei voller Leistung:

Leistung laut Typenschild Strom pro Stunde Kosten pro Stunde
100 Watt 0,1 kWh knapp 4 Cent
500 Watt 0,5 kWh rund 19 Cent
1.000 Watt 1 kWh rund 38 Cent
2.000 Watt 2 kWh rund 76 Cent

Das ist eine Näherung. Für die Mehrkosten deines Geräts zählt der Arbeitspreis auf deiner Stromrechnung, denn den Grundpreis zahlst du ohnehin. Setz für eine genauere Rechnung diesen Arbeitspreis ein.

Ein Beispiel fürs Homeoffice: Läuft ein Gerät mit 2.000 Watt an 20 Arbeitstagen je vier Stunden mit voller Leistung, sind das 160 Kilowattstunden. Mit dem Durchschnittspreis von 37,97 Cent sind das rund 61 Euro im Monat. Mit deinem Arbeitspreis rechnest du genauer. Regelt ein Thermostat am Gerät herunter, wird es weniger. Wie viel weniger, zeigt nur eine Messung.

Erst dich wärmen: Was ist mit der Heizdecke?

Hier dreht sich die Idee um. Eine Heizdecke wärmt dich, nicht den Raum. Für ihre Stromkosten gilt dieselbe Formel wie für jedes andere Gerät: Watt mal Stunden mal Strompreis.

Wie viel Watt deine Decke hat, steht auf dem Typenschild oder in der Anleitung. Leg diese Zahl neben die deines Heizlüfters. Weniger Watt heißt im selben Verhältnis weniger Kosten. Mit der Tabelle oben rechnest du das in Cent um.

Halte dich beim Gebrauch an die Anleitung deiner Decke. Und hast du ein Problem mit einem elektrischen Gerät, etwa einer Heizdecke oder einem Heizlüfter? Dann verweist die Verbraucherzentrale an die Marktüberwachung der Bundesnetzagentur.

Ein Punkt gilt für alle Lösungen, die nur dich oder ein Zimmer wärmen: Lass die übrigen Räume nicht auskühlen. Die Verbraucherzentralen raten, in der Heizperiode alle Wohn- und Schlafräume tagsüber auf mindestens 16 bis 18 Grad zu heizen, je nach Bauzustand auch wärmer. Auch wenig genutzte Räume heizt du auf 16 Grad, nicht weniger. „Heizen Sie aber nicht unter 16 °C, da sonst Schimmel droht“, schreibt die Verbraucherzentrale. Wie viel du mit der richtigen Temperatur sparst, steht in Richtig heizen: Was ein Grad weniger wirklich bringt.

Dann den Raum: Warum spart der Heizlüfter kein Geld?

Die Verbraucherzentrale ist deutlich. Herkömmliche Heizlüfter solltest du „nur räumlich und zeitlich begrenzt einsetzen“. Sie „verbrauchen ebenso massiv Energie und belasten die Stromrechnung“. Das Umweltbundesamt (UBA) schreibt: „Benutzen Sie Heiz-Lüfter nur im Not-Fall.“ Als Beispiel nennt es eine kaputte Heizung.

Ein Grund steckt im Preis. Eine Kilowattstunde Strom kostete im 1. Halbjahr 2026 im Schnitt gut dreimal so viel wie eine Kilowattstunde Gas: 37,97 gegenüber 11,58 Cent. In beiden Werten steckt der Grundpreis, Anschaffung und Wartung fehlen. Es ist also kein Vollkostenvergleich.

Finger weg von kleinen Heizlüftern, die direkt in die Steckdose kommen. Die Verbraucherzentrale ordnet sie als „Werbemittel und Gadgets“ ein. Sie seien als Heizungsalternative „schlichtweg ungeeignet“. Sie haben zu wenig Heizleistung für ganze Räume und treiben im Dauerbetrieb den Stromverbrauch schnell nach oben.

Ist ein Ölradiator sparsamer?

Ein Ölradiator hängt wie der Heizlüfter an der Steckdose. Für die Stromrechnung zählt deshalb dasselbe wie oben: Leistung mal Betriebszeit. Ein Radiator mit 2.000 Watt kostet bei voller Leistung pro Stunde genauso viel wie ein Lüfter mit 2.000 Watt. Deshalb steht er bei uns auf derselben Stufe: kurz nutzen, als Notlösung.

Eine aktuelle Einschätzung speziell zu Ölradiatoren haben wir bei Behörden und Verbraucherzentralen nicht gefunden. Deshalb nennen wir keine eigenen Zahlen dazu.

Willst du eine Elektroheizung dauerhaft einbauen, gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Nach § 46 darf eine Stromdirektheizung nur unter einer Bedingung in ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen: Das Gebäude muss die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz „um mindestens 30 Prozent“ unterschreiten. Das gilt nicht in einem Haus mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. Und es gilt nicht, wenn eine bestehende Einzelraum-Stromdirektheizung ausgetauscht wird.

Kann ich mit der Klimaanlage heizen?

Ja, wenn es eine Split-Klimaanlage ist. Sie hat ein Innen- und ein Außengerät. Hat sie eine Heizfunktion, zählt die KfW sie zu den Luft-Luft-Wärmepumpen. Dank dieser Technik arbeiten Klimaanlagen deutlich effizienter als Gas- und Ölheizungen.

Die Stiftung Warentest hat das 2026 durchgerechnet. Im Beispiel deckt die Split-Anlage 80 Prozent des Heizbedarfs eines nach Süden ausgerichteten Zimmers, die Gasheizung den Rest. Das Haus ist nur mäßig gedämmt, mit 150 Kilowattstunden Heizwärmebedarf je Quadratmeter und Jahr. Die Ergebnisse:

  • Nur mit Gas kostet das Zimmer rund 500 Euro im Jahr, mit der Kombination gut 400 Euro.
  • Das ist im Schnitt rund ein Fünftel billiger. Selbst weniger effiziente Geräte lagen unter der reinen Gasheizung.
  • Es entstehen „kaum mehr als halb so viel Treibhausgase“ wie mit der Gasheizung allein.
  • Fürs Kühlen im Sommer fielen im Schnitt 63 Euro Strom pro Jahr an.

Mit welchen Strom- und Gaspreisen gerechnet wurde, nennt die Stiftung Warentest im frei zugänglichen Teil nicht. Die Euro-Beträge sind deshalb eine Modellrechnung, keine Prognose für deine Rechnung.

Zwei Einschränkungen nennt die Stiftung Warentest selbst. Ist deine Hauptheizung schon eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, lohnt sich das Heizen mit der Klimaanlage eher nicht. Für Wärmepumpen gibt es oft günstigere Stromtarife. Und manche Menschen empfinden den Luftzug der Geräte als unangenehm. Die meisten Testgeräte heizten die Räume allein gleichmäßig warm. Erst bei simulierten minus 15 Grad schwächelten einige wenige.

Die Split-Geräte im Test kosteten 873 bis 1.957 Euro, ohne Installation (Stand Mai 2026). Welche Leistung dein Zimmer braucht, ermittelt am besten der installierende Fachbetrieb oder ein Energieberater. Ein festes Splitgerät hat immer ein Außengerät. Wohnst du zur Miete, sprich vorher mit deiner Vermietung. Mobile Monoblock-Geräte mit Abluftschlauch sind laut Stiftung Warentest wenig energieeffizient.

Bist du Eigentümerin oder Eigentümer, kann eine Split-Klimaanlage als Luft-Luft-Wärmepumpe unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden. Laut Stiftung Warentest muss sie unter anderem effizient genug heizen und einen hohen Anteil des Heizens übernehmen. Den Antrag stellst du bei der KfW. Ob es bei dir passt, klärt eine Energieberatung. Mehr zur Wärmepumpe als Hauptheizung steht in Heizarten im Vergleich.

Was bedeutet das fürs Klima?

Strom aus dem deutschen Netz verursachte 2025 mit Vorketten rund 406 Gramm Treibhausgase je Kilowattstunde. Das ist ein vorläufiger Wert des UBA. Eine Stunde mit 2.000 Watt bei voller Leistung entspricht damit rund 0,8 Kilogramm. Hat dein Gerät weniger Watt, sinkt der Wert im selben Verhältnis.

Bei der Klimaanlage zählt auch das Kältemittel. Die Stiftung Warentest berichtet, dass erste Geräte mit Propan arbeiten. Sein Treibhauspotenzial ist in den geringen eingesetzten Mengen vernachlässigbar. Die anderen Geräte im Test enthielten noch Difluormethan.

Pragmatische Tipps: günstig warm, ohne Stromfresser

  • Erst dich wärmen, dann den Raum. Eine Heizdecke wärmt dich direkt, ihre Watt-Zahl verrät die Kosten. Den Heizlüfter hebst du dir für den Notfall auf.
  • Messgerät leihen statt kaufen. Ein Strommessgerät kommt zwischen Steckdose und Stecker und zeigt, was dein Gerät wirklich zieht. Die meisten Verbraucherzentralen verleihen solche Geräte.
  • Kein Steckdosen-Heizlüfter. Die Verbraucherzentrale hält sie für ungeeignet. Ein Gerät, das du nicht kaufst, spart Geld und Material.
  • Kein Raum unter 16 Grad. Auch wenn du dich selbst wärmst: Heiz auch wenig genutzte Räume auf mindestens 16 Grad, sonst droht Schimmel.
  • Bei der Klimaanlage nach dem Kältemittel fragen. Propan hat in den eingesetzten Mengen ein vernachlässigbares Treibhauspotenzial.
  • Zugluft stoppen. Undichte Fenster kosten Wärme. Wie du sie selbst abdichtest, steht in Fenster selbst abdichten.

So gehst du vor: dein Gerät durchrechnen

  1. Leistung ablesen

    Such auf dem Typenschild oder in der Anleitung die Leistung in Watt. Hat das Gerät mehrere Stufen, notier dir jede.

  2. Kosten pro Stunde rechnen

    Teil die Watt durch 1.000 und nimm das Ergebnis mal den Arbeitspreis von deiner Stromrechnung in Cent. Mit dem Durchschnittspreis von 37,97 Cent (1. Halbjahr 2026) sind das bei 2.000 Watt rund 76 Cent pro Stunde.

  3. Echten Verbrauch messen

    Frag bei deiner Verbraucherzentrale nach einem Strommessgerät zum Ausleihen. Die meisten verleihen solche Geräte. Lass dein Gerät einen typischen Tag damit laufen und lies die Kilowattstunden ab.

  4. Mit der Alternative vergleichen

    Rechne die gemessenen Kilowattstunden auf einen Monat hoch. Leg die Summe neben die Kosten einer Heizdecke, gerechnet mit ihrer Watt-Angabe. Oder probier aus, ob die Heizung im Raum eine halbe Stufe höher reicht.

Häufige Fragen

Ist ein Heizlüfter fürs Homeoffice günstiger als die Heizung?

Nein. Damit sparst du kein Geld, sagt die Verbraucherzentrale. Was dein Gerät kostet, zeigt die Tabelle oben.

Ist eine Heizdecke sparsamer als ein Heizlüfter?

Das entscheidet die Watt-Zahl. Lies sie auf beiden Typenschildern ab und rechne mit derselben Formel: Watt geteilt durch 1.000, mal Stunden, mal Strompreis. Weniger Watt heißt im selben Verhältnis weniger Kosten.

Darf ich eine Elektroheizung fest einbauen?

In bestehenden Gebäuden mit Wohnungen nur unter Bedingungen. § 46 des Gebäudemodernisierungsgesetzes knüpft das an den baulichen Wärmeschutz. Das Gebäude muss die Anforderungen daran um mindestens 30 Prozent unterschreiten. Ausgenommen sind Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, und der Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung.

Lohnt sich die Klimaanlage zum Heizen, wenn ich schon eine Wärmepumpe habe?

Eher nicht, schreibt die Stiftung Warentest. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es oft günstigere Stromtarife. Ihr Kostenvorteil gilt für Häuser, die mit Gas heizen.

Elektrische Zusatzwärme ist kein Sparmodell, aber manchmal die richtige Notlösung. Was ein Gerät kostet, rechnest du selbst aus: Watt geteilt durch 1.000, mal Stunden, mal Strompreis. Für Ölradiatoren gilt dieselbe Rechnung. Wärm zuerst dich, etwa mit einer Heizdecke, und prüf ihre Watt-Zahl. Hast du eine Gasheizung und eine Split-Klimaanlage, kann das Heizen damit ein Zimmer günstiger und klimafreundlicher warm machen. Den Heizlüfter hebst du dir für den Fall auf, dass die Heizung ausfällt.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).