Mit jedem Grad weniger Raumtemperatur kannst du laut Verbraucherzentralen ungefähr 6 Prozent Heizenergie sparen. Gut sind 20 Grad im Wohnzimmer, und kein bewohnter Raum sollte unter 16 Grad fallen.
Steht dein Thermostat noch auf der Stufe vom letzten Winter? Dann lohnt sich jetzt, zum Start der Heizsaison, ein kurzer Blick darauf. Heizen ist im Haushalt der mit Abstand größte Energieposten: Private Haushalte verwenden laut Umweltbundesamt mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs, um Räume zu heizen. Jedes Grad zählt also – nach oben wie nach unten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Faustwert der Verbraucherzentralen: Jedes Grad weniger spart ungefähr 6 Prozent Energie. Wie viel es bei dir genau ist, zeigt erst deine Abrechnung.
- Richtwerte: 20 Grad im Wohnzimmer, 18 Grad in der Küche, 17 bis 18 Grad im Schlafzimmer. Kein bewohnter Raum unter 16 Grad, sonst droht Schimmel.
- Stufe 3 am Thermostat entspricht etwa 20 Grad, eine Stufe sind etwa 4 Grad.
- Nachts und wenn du weg bist, darf es eine halbe bis ganze Stufe kühler sein, also etwa 2 bis 4 Grad, aber nicht unter 16 Grad. Bei Wärmepumpe und Fußbodenheizung bringt starkes Absenken wenig.
- Programmierbare Thermostate sparen etwa 7 bis zu 10 Prozent Heizenergie.
Wie viel spart ein Grad weniger wirklich?
Die Verbraucherzentralen nennen einen einfachen Faustwert: Schon ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Verbrauch um rund 6 Prozent. Diese Zahl steht in mehreren ihrer aktuellen Ratgeber. Es ist ein Faustwert, kein Versprechen: Die Ratgeber sprechen von „ungefähr“ 6 Prozent, die du sparen „kannst“.
Die Richtung ist aber klar: Jedes Grad weniger spart. Wie viel genau, zeigt erst deine eigene Abrechnung. Für Mieterinnen und Mieter ist die Raumtemperatur zudem einer der Hebel, die sie selbst in der Hand haben – ganz ohne Umbau.
Welche Temperatur passt in welchen Raum?
Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Umweltbundesamt und Verbraucherzentralen nennen ähnliche Richtwerte. Nur beim Schlafzimmer liegen sie ein Grad auseinander, deshalb steht dort eine Spanne.
| Raum | Richtwert | Quelle |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | 20 °C | Umweltbundesamt, Verbraucherzentralen |
| Küche | 18 °C | Umweltbundesamt |
| Schlafzimmer | 17 bis 18 °C | Umweltbundesamt (17 °C), Verbraucherzentralen (18 °C) |
| Wenig genutzte Räume | 16 °C, nicht weniger | Verbraucherzentralen |
Die 16 Grad sind eine Untergrenze, kein Sparziel. In einem schlecht erhaltenen Altbau kann laut Verbraucherzentralen auch mehr nötig sein, um das Schimmelrisiko niedrig zu halten. Warum das so ist, erklären wir weiter unten.
Was bedeuten die Stufen 1 bis 5 am Thermostat?
Die Zahlen auf dem Thermostatkopf sind keine Gradangaben. Stufe 1 entspricht etwa 12 Grad. Jede weitere Stufe bringt rund 4 Grad dazu, die kleinen Striche dazwischen stehen für je ein Grad.
| Stufe | ungefähre Raumtemperatur |
|---|---|
| 1 | 12 °C |
| 2 | 16 °C |
| 3 | 20 °C |
| 4 | 24 °C |
| 5 | 28 °C |
Die Werte sind eine Orientierung. Die Einteilung stimmt nicht bei jedem Modell, und manche Thermostate haben eine kleinere Skala von 16 bis 24 Grad. Ein Thermometer im Raum zeigt dir, wo du wirklich liegst.
Zwei Dinge bringen übrigens nichts. Wer auf Stufe 5 dreht, heizt den Raum nicht schneller auf – das Thermostat regelt nur auf eine höhere Endtemperatur. Und stehen mehrere Heizkörper in einem Raum, stellst du alle auf die gleiche Stufe. Sonst heizt einer unnötig weiter. Vor dem Stoßlüften drehst du das Thermostat ganz zu.
Wann darfst du absenken – und wann nicht?
Nachts und wenn niemand zu Hause ist, muss es nicht wohlig warm sein. Die Verbraucherzentralen raten, das Thermostat dann eine halbe bis ganze Stufe herunterzudrehen, also etwa 2 bis 4 Grad. Die Untergrenze von 16 Grad gilt dabei weiter.
Bei Heizkörpern und einem Heizkessel spart das Absenken also Energie. Besonders lohnt es sich in schlecht gedämmten Häusern, weil dort die Wärmeverluste hoch sind.
Die Heizung über längere Zeit ganz auszulassen, statt abzusenken, ist dagegen nicht ratsam. Der Grund ist kein Mehrverbrauch, sondern die Kälte: Die Innenwände kühlen zu stark aus, und das Schimmelrisiko steigt. Etwas anderes ist die Nachtabschaltung an der Heizungsregelung. Ist es draußen mild, darf aus der Nachtabsenkung eine Nachtabschaltung werden, solange es im Haus nicht unter 16 Grad abkühlt. Wird es kälter, stellst du zurück auf Absenkung.
Eine wichtige Ausnahme sind Wärmepumpen und Fußbodenheizungen. Bei ihnen bringt eine starke Absenkung oder Abschaltung wenig. Das Wiederaufheizen dauert lange und kostet Komfort, und meist leidet sogar die Effizienz.
Programmierbare Thermostate übernehmen das Absenken für dich. Sie heizen zum Beispiel rechtzeitig vor dem Aufstehen oder vor deiner Heimkehr wieder hoch. Die Spanne liegt bei etwa 7 Prozent (Stiftung Warentest) bis zu 10 Prozent (Umweltbundesamt) Heizenergie.
Wie viel du damit sparst, hängt von deinen Gewohnheiten ab. Hast du schon immer von Hand heruntergedreht, gewinnst du vor allem Komfort. In sehr gut gedämmten Gebäuden ist der Effekt gering. Günstige Modelle gibt es laut Stiftung Warentest ab 20 Euro (Stand 09/2026).
Warum solltest du nicht unter 16 Grad gehen?
Warme Luft nimmt mehr Wasser auf als kalte. Kühlt feuchte Raumluft an einer kalten Wand ab, steigt dort die Luftfeuchte. Ab etwa 70 bis 80 Prozent direkt vor der Wand können Schimmelpilze wachsen. Die Wand muss sich dafür nicht einmal feucht anfühlen.
Deshalb ist zu kaltes Heizen riskant. Auch große Unterschiede zwischen den Räumen sind ein Problem: Mehr als 5 Grad Unterschied innerhalb der Wohnung können laut Verbraucherzentralen schnell zu Schimmel führen. Dann zieht warme, feuchte Luft in die kühleren Räume. Halte die Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen deshalb geschlossen. Auch das Umweltbundesamt rät, nicht von einem Zimmer ins andere zu heizen.
Die zweite Hälfte der Schimmel-Vorsorge ist das Lüften. Wie du das richtig machst, liest du in unserem Artikel Stoßlüften statt Kipplüften.
Was hilft außer dem Thermostat?
Heizkörper frei halten: Stehen Sofa oder Schrank direkt davor, staut sich die Wärme dahinter. Das Thermostat misst dann zu früh eine warme Umgebung und regelt herunter, bevor der Raum warm ist. Die Verbraucherzentralen raten zu mindestens 30 Zentimetern Abstand. Vorhänge über dem Heizkörper sollten oberhalb davon enden, und auf Verkleidungen verzichtest du besser. Auch Staub und Flusen mindern die Wärmeabgabe.
Nachts zumachen: Schließ über Nacht die Rollläden, dann bleibt die Wärme besser drinnen. Auch geschlossene Vorhänge helfen, solange sie oberhalb des Heizkörpers enden.
Auf Gluckern achten: Wird ein Heizkörper oben nicht richtig warm oder gluckert er, ist eventuell Luft im System. Dann hilft Entlüften. Bleibt er danach ungleichmäßig warm, kann ein hydraulischer Abgleich durch den Fachbetrieb helfen.
Hast du eine eigene Heizung, etwa im Haus oder als Etagenheizung, liest du den Druck vor und nach dem Entlüften selbst an der Anzeige ab. Welcher Bereich richtig ist, steht in der Anleitung deiner Heizung, oder du fragst den Fachbetrieb. Hängt deine Wohnung an einer Zentralheizung im Mehrfamilienhaus, klärst du vorher mit Verwaltung oder Gebäudemanagement, wer den Druck prüft und Wasser nachfüllt.
Zugluft stoppen: Durch undichte Fenster und Türen geht viel Wärme verloren. Wie du undichte Stellen findest und schließt, steht in Fenster selbst abdichten, auch wann bei Kaminofen oder Gastherme danach der Bezirksschornsteinfeger prüfen muss.
So gehst du vor: deine Heizung herbstfest einstellen
- Stufe prüfen
Stell das Thermostat im Wohnzimmer auf Stufe 3, das sind etwa 20 Grad. In der Küche reicht etwas weniger, im Schlafzimmer 17 bis 18 Grad.
- Heizkörper freiräumen
Rück Möbel mindestens 30 Zentimeter ab und raffe oder kürze Vorhänge, die über den Heizkörper hängen. Wisch Staub und Flusen ab.
- Absenkzeiten festlegen
Dreh nachts und wenn du weg bist um eine halbe bis ganze Stufe herunter. Ein programmierbares Thermostat macht das automatisch. Bei mildem Wetter darf die Regelung nachts auch abschalten, solange es nicht unter 16 Grad abkühlt. Mit Wärmepumpe oder Fußbodenheizung senkst du nur sparsam ab.
- Türen schließen
Halte Türen zwischen warmen und kühlen Räumen zu. Kein bewohnter Raum fällt unter 16 Grad, auch nicht das Gästezimmer.
- Luftfeuchte messen
Ein Thermo-Hygrometer gibt es für wenige Euro im Baumarkt. Es zeigt dir Temperatur und Luftfeuchte und damit, wann Lüften nötig ist.
Häufige Fragen
Soll ich die Heizung tagsüber ganz ausschalten?
Besser nicht. Die Verbraucherzentralen raten davon ab, statt einer Absenkung gar nicht zu heizen. Die Innenwände kühlen dann zu stark aus, und das Schimmelrisiko steigt. Senk lieber um eine halbe bis ganze Stufe ab, also etwa 2 bis 4 Grad, aber nicht unter 16 Grad. Bei mildem Wetter darf die Regelung nachts ganz abschalten, solange es im Haus nicht kälter als 16 Grad wird.
Wird es schneller warm, wenn ich auf Stufe 5 drehe?
Nein. Das Thermostat regelt nur, bis zu welcher Temperatur geheizt wird, nicht wie schnell. Stell deshalb gleich die Stufe ein, die du am Ende haben möchtest.
Darf ich in der Mietwohnung ein programmierbares Thermostat anbringen?
Ja, den Thermostatkopf kannst du laut Verbraucherzentralen selbst tauschen. Bewahre die alten Thermostate auf, damit du beim Auszug den Ursprungszustand wiederherstellen kannst. Hat dein Heizkörper noch ein Handventil ohne Skala, sprich die Vermietung an. Sie muss es durch ein Thermostatventil ersetzen lassen. Das macht ein Fachbetrieb.
Gilt das alles auch mit Wärmepumpe oder Fußbodenheizung?
Die Richtwerte für die Räume schon. Beim Absenken ist es anders: Wärmepumpen arbeiten laut Verbraucherzentralen ohne Absenkungen in der Regel effizienter. Bei Wärmepumpen und Fußbodenheizungen bringt eine starke Absenkung oder Abschaltung wenig und schadet meistens sogar der Effizienz.
Mit jedem Grad weniger kannst du laut Verbraucherzentralen ungefähr 6 Prozent Heizenergie sparen. Stell das Wohnzimmer auf etwa 20 Grad und senke nachts und bei Abwesenheit um etwa 2 bis 4 Grad ab. Kein bewohnter Raum sollte unter 16 Grad fallen. Halte Heizkörper frei und Türen zwischen warmen und kühlen Räumen geschlossen. Und lüfte regelmäßig, damit die Feuchte nicht an kalten Wänden landet.
Überarbeitet am 18. Oktober 2026: Wir haben diesen Artikel nach Angaben der Verbraucherzentralen, des Umweltbundesamts und der Stiftung Warentest überarbeitet. Die Richtwerte für die Raumtemperaturen stammen jetzt von diesen Stellen statt von einem Umweltverband. Falsch war die frühere Aussage, gleichmäßiges Durchheizen sei effizienter als Absenken. Absenken spart Energie. Die Heizung über längere Zeit ganz auszulassen, ist wegen Auskühlung und Schimmelgefahr nicht ratsam; bei mildem Wetter darf die Regelung nachts abschalten, solange es nicht unter 16 Grad abkühlt. Bei Wärmepumpe und Fußbodenheizung bringt starkes Absenken wenig. Die Spanne „5 bis 10 Prozent“ haben wir durch belegte Werte ersetzt, Angaben zu Thermostat-Stufen ergänzt und nicht belegte Aussagen (etwa zum Schlafen bei kühleren Temperaturen) gestrichen. Neu ist der Tipp, nachts Rollläden und Vorhänge zu schließen.
Quellen & Grundlagen
- Verbraucherzentrale — Heizung: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen (24.09.2026)
- Verbraucherzentrale — Heizkosten sparen: Thermostat richtig einstellen und wechseln (16.02.2026)
- Verbraucherzentrale — Heizen und Lüften: So geht’s richtig (16.09.2026)
- Verbraucherzentrale — Heizung optimieren und Heizkosten sparen (08.10.2026)
- Stiftung Warentest — Gas sparen (25.09.2026)
- Umweltbundesamt — Richtig Heizen spart Geld und schützt die Umwelt (Leichte Sprache, 16.07.2026)
- Umweltbundesamt — Energieverbrauch privater Haushalte (22.12.2025)
- Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO), § 1 — gesetze-im-internet.de (Stand: zuletzt geändert durch Art. 8 Abs. 4 G v. 23.07.2026)
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 63 Raumweise Regelung der Raumtemperatur — gesetze-im-internet.de (geltendes Recht)
Stand: 2026. Alle Angaben nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Erstellung.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).


