Wohnen

Kübelpflanzen überwintern: Wann rein, wohin und wie viel Wasser

Wann Oleander, Fuchsie und Co. ins Haus müssen, welcher Platz hell und kühl genug ist und wie viel Wasser Kübelpflanzen im Winter brauchen.

Emanuel Goldstein 23. Oktober 2026 10 Min Lesezeit

Teil des Themas: Herbst →

Mehrere Kübelpflanzen in Töpfen stehen dicht beieinander auf einer Terrasse

Bevor es kalt wird, entscheidest du, welche Kübel ins Winterquartier müssen. Foto: Habranthus / Unsplash

Kübelpflanzen kommen so spät wie möglich ins Winterquartier: Tropische Arten wie Engelstrompete oder Fuchsie räumst du vor den ersten, auch leichten Frösten ein, robustere wie Oleander und Zitrus überstehen Temperaturen knapp unter null Grad. Für viele ist ein heller, kühler Platz mit fünf bis zwölf Grad ideal. Gegossen wird erst, wenn sich die Erde vom Topfrand löst.

Die Nächte werden einstellig, und auf dem Balkon steht der Oleander noch in voller Pracht. Musst du ihn schon reinholen? Meist nicht. Vielen Kübelpflanzen geht es besser, wenn sie möglichst lange draußen an einem geschützten Platz stehen. Entscheidend ist, woher die Pflanze stammt – und wie hell und kühl ihr Winterplatz ist.

Kübelpflanzen überwintern, das Wichtigste auf einen Blick

  • Tropische Arten wie Zierbanane, Bougainvillea, Engelstrompete und Fuchsien kommen vor den ersten, auch leichten Frösten ins Haus.
  • Oleander, Zitrus, Bleiwurz und Schönmalve überstehen Temperaturen knapp unter null Grad. Feigen, Oliven, Lorbeer und Rosmarin brauchen ein Winterquartier, wenn es dauerhaft unter minus fünf Grad kalt wird.
  • Für viele Arten ideal: hell und kühl, mit fünf bis zwölf Grad. Das gibt es etwa in einem hellen Kellerraum, nicht in der Wohnung: Dort heizt du nicht unter 16 Grad, sonst droht Schimmel. Je dunkler der Raum, desto kühler sollte er sein.
  • Vor dem Einräumen: Untersetzer weg, Ballen abtrocknen lassen, lange Triebe kürzen, auf Schädlinge prüfen.
  • Im Winterquartier gießt du erst, wenn sich die Erde vom Topfrand löst. Pflanzen, die draußen bleiben, brauchen an milden, sonnigen Tagen Wasser, wenn die Erde trocken ist.

Wann müssen Kübelpflanzen ins Winterquartier?

Das hängt von ihrer Heimat ab. Die meisten Kübelpflanzen stammen aus den Tropen oder dem Mittelmeerraum. Dort gibt es Frost selten oder gar nicht. Deshalb sind sie mehr oder weniger kälteempfindlich, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG).

Pflanzen Beispiele Wann sie ins Winterquartier kommen
aus tropischen Gebieten Zierbanane, Papyrus, Bougainvillea, Duft-Pelargonien, Engelstrompete, Wandelröschen, Fuchsien vor den ersten, auch leichten Frösten
robustere Arten Schönmalve, Bleiwurz, Zitrus-Arten, Oleander überstehen Temperaturen knapp unter null Grad
kälteverträglichere Arten Feigen, Oliven, Lorbeer, Rosmarin wenn die Temperaturen dauerhaft unter minus fünf Grad fallen

Wie viel Kälte eine Pflanze verträgt, hängt nicht nur von der Temperatur ab. Junge Pflanzen sind empfindlicher als ältere. Auch Pflanzen, die im Sommer viel Dünger und Wasser bekommen haben, leiden schneller: Sie haben große, weiche Zellen gebildet. Eher „mager“ gehaltene Pflanzen haben robusteres Gewebe.

Die Grundregel der LWG lautet: so spät wie möglich einräumen und im Frühjahr so bald wie möglich wieder hinaus. So bleibt die Zeit mit schlechten Bedingungen kurz. Viele Kübelpflanzen führen im Winterquartier nämlich „ein sehr trauriges Dasein“. Ein kleiner Bonus: Kältereize fördern oft auch die Blütenbildung.

Wie überbrückst du die ersten kalten Nächte?

Stell die Kübel an einen geschützten Platz, zum Beispiel nah ans Haus oder unter eine helle Überdachung. Rück die Gefäße zusammen. Das spart Platz, und du kannst sie leichter abdecken, wenn einzelne kalte Nächte drohen. Dafür reicht ein Vlies oder ein Betttuch.

Gerade Ende Oktober und im November sind es oft nur wenige Tage, die leicht frostig sind, schreibt die LWG. Die luftdurchlässige Abdeckung darf dann auch tagsüber auf den Pflanzen bleiben. Für die tropischen Arten gilt das nicht: Sie gehören vor dem ersten Frost ins Haus.

Wie bereitest du die Pflanzen auf den Umzug vor?

Ein paar Handgriffe vorab machen den Winter leichter – für dich und für die Pflanze.

  • Ballen abtrocknen lassen: Nimm die Untersetzer rechtzeitig weg, damit das Wasser schnell abfließt. Wo es oft regnet, stellst du die Pflanzen besser unter ein Dach. Das schützt gleichzeitig etwas vor Kälte. Ein trockenerer Ballen macht den Topf außerdem leichter beim Tragen.
  • Lange Triebe kürzen: Über den Sommer sind viele Kübelpflanzen üppig gewachsen. Schneidest du lange Triebe ein, braucht die Pflanze deutlich weniger Platz. Und du wirst Schädlinge los: Blattläuse und Co. sitzen meist an den weichen Triebspitzen und Blüten.
  • Aufräumen: Entferne Verblühtes und Abgestorbenes. Das beugt Grauschimmel vor.
  • Auf Schädlinge prüfen: Schau dir die Pflanzen vor dem Einräumen genau an. Die Bedingungen im Winterquartier sind für Pflanzen oft ungünstig, für Schädlinge aber vorteilhaft.

Wo überwintern Kübelpflanzen am besten?

Hell und kühl. Fünf bis zwölf Grad sind für viele Kübelpflanzen ideal, so die LWG. Gut eignen sich helle Kellerräume. Für weniger kälteempfindliche Pflanzen gehen auch Garagen, Kellerschächte und kleine Gewächshäuser mit Frostwächter.

Wichtig ist das Verhältnis von Licht und Wärme. Je dunkler der Raum, umso kühler sollte er sein. Umgekehrt darf ein sehr heller Platz auch etwas wärmer sein. Was passiert, wenn beides nicht zusammenpasst, sieht man im Frühjahr: Meist sind die Plätze zu warm und zu dunkel, schreibt die LWG. Die Pflanzen treiben dann lange, dünne und schwache Triebe aus. Die sind oft nur hellgrün und knicken leicht um.

Und in der Wohnung? Die LWG nennt als Winterquartier auch kühle Wohnräume. In der beheizten Wohnung gibt es dafür aber eine Grenze: Die Verbraucherzentrale rät, nicht unter 16 Grad zu heizen, weil sonst Schimmel droht. Das gilt auch für wenig genutzte Räume. Fünf bis zwölf Grad sind deshalb ein Fall für helle Kellerräume – für weniger kälteempfindliche Pflanzen auch Garage oder Kellerschacht –, nicht für ein Zimmer der Wohnung. Bleibt nur die Wohnung, such der Pflanze den hellsten Platz, den du hast. Denn je heller der Platz, desto wärmer darf es sein. Und lass sie vorher so lange draußen, wie sie es verträgt. Wie du Ingwer überwinterst, steht in Ingwer ernten und überwintern.

Wie viel Wasser brauchen Kübelpflanzen im Winter?

Weniger, als du denkst. Schon im Herbst verbrauchen die Pflanzen deutlich weniger Wasser. Manche werfen ihr Laub ab und brauchen dann noch weniger. Im Winterquartier gießt du erst, bevor der Wurzelballen austrocknet. Ein gutes Zeichen dafür: Die Erde löst sich vom Topfrand.

Wenn du die Wahl hast, nimm Regenwasser. Pflanzen mögen es viel lieber als Wasser aus dem Hahn, schreibt das Umweltbundesamt (UBA).

Was ist mit Pflanzen, die draußen bleiben?

Wer keinen Platz im Haus hat, lässt die kälteverträglicheren Pflanzen draußen – solange es die Temperaturen erlauben. Gefährlich ist dann oft nicht der Frost, sondern die Trockenheit. „Häufig erfrieren die Pflanzen nicht, sondern vertrocknen“, schreibt die LWG. Gieß deshalb auch im Winter, wenn die Gefäße trocken stehen, besonders bei milder Witterung und Sonne.

Zu nass sollen die Töpfe aber auch nicht stehen, sonst steigt die Gefahr, dass sie „auffrieren“. Beim nächsten Umtopfen hilft ein guter Wasserabzug aus Tonscherbe und grobem Kies am Topfboden.

Wird es stärker oder dauerhaft frostig und kannst du die Kübel nicht an einen geschützten Platz stellen? Dann sorgen Kokosmatten, Sackleinen oder Luftpolsterfolie für Kälteschutz. Wie du Balkonkästen mit robusten Pflanzen bestückst, steht in Robuste Balkonpflanzen. Rosmarin braucht laut LWG ein Winterquartier, wenn es dauerhaft kälter als minus fünf Grad wird. Mehr über ihn steht im Wiki-Eintrag Rosmarin.

Schädlinge im Winterquartier: Was tun ohne Gift?

Klebt die Pflanze, lohnt ein genauer Blick. Blattläuse, Wollläuse und Napf-Schildläuse scheiden klebrigen Honigtau aus. Darauf siedeln sich gern Rußtaupilze an. Das schwächt die Pflanze zusätzlich.

Die Abwehr beginnt schon vor dem Einräumen. Wer lange, weiche Triebe einkürzt, schneidet viele Läuse gleich mit weg. Im Frühjahr gehst du noch einmal mit Schere und Eimer an die Pflanze. Weg kommen vertrocknete, faulige und mit Grauschimmel befallene Teile. Auch dabei verschwinden Schaderreger, so die LWG.

Zu Pflanzenschutzmitteln greifst du besser nicht. Das UBA rät, darauf zu verzichten: Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Stehen die Pflanzen draußen, darfst du einzelne Schädlinge als Teil der Nahrungskette dulden, solange sie nicht massenhaft auftreten.

Und im Frühjahr?

Dann kehrst du den Herbst um. Stell die Pflanzen heller und wärmer und fang langsam wieder an zu gießen. Mehr Wasser braucht eine Pflanze erst, wenn sie grüne Blätter bildet. An milden Tagen kommen die Kübel zunächst tagsüber an einen halbschattigen Platz ins Freie. Das gilt auch für Sonnenliebhaber: Sonst bekommen sie einen Sonnenbrand. Für kalte Nächte legst du ein Vlies bereit, bei Frost räumst du wieder ein.

Ist das letzte Umtopfen schon länger her, ist das Frühjahr die richtige Zeit dafür. Für Kübel eignet sich laut LWG Kübelpflanzenerde mit stabilen mineralischen Anteilen. So sackt das Substrat nicht stark zusammen. Du kannst vorhandene Blumenerde auch selbst mit Splitt oder Tongranulat mischen. Achte dabei auf Erde ohne Torf (mehr dazu im Öko-Blick unten).

So gehst du vor

  1. Untersetzer weg, Ballen abtrocknen lassen

    Nimm die Untersetzer rechtzeitig vor dem Einräumen weg. Bei viel Regen stellst du die Pflanzen unter ein Dach.

  2. Zusammenrücken und abdecken

    Stell die Kübel nah ans Haus oder unter eine helle Überdachung. Drohen einzelne kalte Nächte, legst du ein Vlies oder ein altes Betttuch darüber.

  3. Lange Triebe kürzen, Verblühtes entfernen

    Schneide lange, weiche Triebe ein und entferne Verblühtes und Abgestorbenes. Das spart Platz und beugt Grauschimmel vor.

  4. Auf Schädlinge prüfen

    Schau dir Triebspitzen, Blüten und Blätter genau an, bevor die Pflanze ins Haus kommt. Lange, weiche Triebspitzen, an denen Läuse sitzen, schneidest du ab.

  5. Hell und kühl einräumen

    Tropische Arten kommen vor dem ersten Frost hinein, robustere so spät wie möglich. Für viele ideal sind fünf bis zwölf Grad, etwa in einem hellen Kellerraum. Ist der Platz dunkler, sollte er kühler sein.

  6. Sparsam gießen

    Gieß erst, wenn sich die Erde vom Topfrand löst – am besten mit Regenwasser.

  7. Draußen: Töpfe einpacken und Wasser nicht vergessen

    Bei stärkerem Frost oder Dauerfrost schützt du die Kübel mit Kokosmatten, Sackleinen oder Luftpolsterfolie, wenn du sie nicht umstellen kannst. An milden, sonnigen Tagen gießt du, wenn die Erde trocken ist.

Günstig und naturnah: der Öko-Blick

  • Abdecken mit dem, was da ist: Für einzelne kalte Nächte reicht ein Betttuch statt eines neu gekauften Vlieses. Beides nennt die LWG.
  • Regenwasser statt Leitungswasser: Sammle Regenwasser, wo es geht. Pflanzen mögen es lieber als Wasser aus dem Hahn.
  • Schere statt Spritzmittel: Rückschnitt vor dem Einräumen entfernt viele Läuse. Auf Pflanzenschutzmittel verzichtest du, damit sie keine Nützlinge treffen.
  • Torffrei umtopfen: Beim Umtopfen im Frühjahr kaufst du nur Erde ohne Torf. Bezeichnungen wie „torfreduziert“ oder „torfarm“ sind laut UBA irreführend: Solche Erden enthalten oft noch bis zu 70 Prozent Torf. Schau in die Liste der Inhaltsstoffe. Hast du eigenen Kompost, kannst du Komposterde als Blumenerde nutzen. Hast du keinen, frag bei der Kompostanlage in deiner Nähe: Viele bieten Blumenerde mit Kompost aus eigener Produktion an.
  • Kein Raum muss für die Pflanzen warm sein: Fünf bis zwölf Grad sind für viele ideal, ein heller Keller passt also gut.

Häufige Fragen

Kann ich Kübelpflanzen im Wohnzimmer überwintern?

Ideal ist es nicht, weil es dort für viele Kübelpflanzen zu warm ist. Den Raum herunterzukühlen ist keine Lösung: Unter 16 Grad droht in Wohnräumen Schimmel. Bleibt nur die Wohnung, wähl den hellsten Platz. Ein sehr heller Platz darf auch etwas wärmer sein.

Muss ich Kübelpflanzen im Winter gießen?

Ja, aber wenig. Im Winterquartier gießt du erst, bevor der Ballen austrocknet – also wenn sich die Erde vom Topfrand löst. Pflanzen, die draußen bleiben, brauchen an milden, sonnigen Tagen Wasser, wenn die Erde trocken ist. Denn häufig vertrocknen sie eher, als dass sie erfrieren.

Reicht eine Garage als Winterquartier?

Für weniger kälteempfindliche Pflanzen ja, sagt die LWG. Ist die Garage dunkel, sollte sie auch kühl sein: Je dunkler der Raum, desto kühler sollte er sein. Für empfindlichere Pflanzen ist ein heller Kellerraum besser. Ein Zimmer der Wohnung kühlst du dafür nicht herunter: Die Verbraucherzentrale rät, nicht unter 16 Grad zu heizen, da sonst Schimmel droht.

Kübelpflanzen kommen so spät wie möglich hinein und so früh wie möglich wieder hinaus. Der Winterplatz ist hell und kühl, und je dunkler, desto kühler. Ein Betttuch, Regenwasser und die Gartenschere ersetzen dabei manchen Einkauf.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).