Als Arzneimittel eingenommen kann Ingwer Nebenwirkungen haben: Häufig – bei 1 bis unter 10 von 100 Behandelten – treten Magenbeschwerden, Aufstoßen, Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und Übelkeit auf. Für Arzneimittel mit Ingwer nennt die EU-Arzneimittelbehörde EMA keine bekannten Wechselwirkungen. Für Nahrungsergänzungsmittel mit Ingwer weist die Verbraucherzentrale dagegen auf mögliche Wechselwirkungen hin – etwa mit blutzuckersenkenden Medikamenten und mit Mitteln, die die Blutgerinnung hemmen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, klärt solche Präparate besser vorher ärztlich oder in der Apotheke ab.
Ingwer steckt im Curry, im Tee, in Kapseln und in Tropfen. Doch ob ein Stück Ingwer im Essen, ein Arzneimittel aus der Apotheke oder ein Nahrungsergänzungsmittel: Das macht für die Frage nach Nebenwirkungen einen Unterschied. Hier erfährst du, was die EU-Arzneimittelbehörde EMA und die Verbraucherzentrale dazu sagen und wann du besser nachfragst.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ingwer-Arzneimittel können häufig Magenbeschwerden, Aufstoßen, Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und Übelkeit auslösen. Wer überempfindlich auf Ingwer reagiert, darf sie nicht anwenden.
- Für Ingwer-Arzneimittel nennt die EMA keine bekannten Wechselwirkungen. Für Nahrungsergänzungsmittel mit Ingwer weist die Verbraucherzentrale auf mögliche Wechselwirkungen mit Blutzuckersenkern und Gerinnungshemmern hin.
- In der Schwangerschaft sollten Ingwer-Arzneimittel vorsorglich möglichst vermieden werden; in der Stillzeit und für unter 18-Jährige wird die Anwendung nicht empfohlen (Ausnahme: traditionelle Anwendung bei Reisekrankheit ab 6 Jahren).
- Für Ingwer in der Küche nennen die von uns ausgewerteten Behördenquellen keine Tageshöchstmenge. Bei empfindlichem Magen rät das BZfE, mit kleinen Stücken anzufangen.
Welche Nebenwirkungen kann Ingwer haben?
Ausführliche Angaben stammen aus der Monografie der EMA, die der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel im Mai 2025 überarbeitet hat. Sie gilt für Arzneimittel mit Ingwerpulver oder Ingwertinktur in festgelegter Dosierung, nicht für Ingwer als Lebensmittel.
Als Arzneimittel eingenommen treten häufig – bei 1 bis unter 10 von 100 Behandelten – Magenbeschwerden, Aufstoßen, Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und Übelkeit auf. Auch Überempfindlichkeitsreaktionen kommen vor (Häufigkeit nicht bekannt); wer überempfindlich auf Ingwer reagiert, darf Ingwer-Arzneimittel nicht anwenden. Die Überempfindlichkeit ist die einzige Gegenanzeige, die die Monografie nennt.
Auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen hat Ingwer laut EMA keinen oder nur einen vernachlässigbaren Einfluss. Das spielt etwa auf Reisen eine Rolle, denn als gut belegte Anwendung nennt die EMA die Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit. Treten andere, hier nicht genannte Nebenwirkungen auf, rät die EMA, ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einzuholen.
Was gilt in Schwangerschaft, Stillzeit und für Kinder?
Daten aus 300 bis 1.000 Schwangerschaften ergaben keine Hinweise auf Fehlbildungen oder Schäden beim Kind; vorsorglich sollten Ingwer-Arzneimittel in der Schwangerschaft dennoch möglichst vermieden werden, in der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird die Anwendung ebenfalls nicht empfohlen; Ausnahme ist die traditionelle Anwendung bei Reisekrankheit ab 6 Jahren.
Der Grund: Für die Stillzeit und für Kinder und Jugendliche liegen der EMA nicht genügend Daten vor. Daten zur Fruchtbarkeit liegen laut Monografie nicht vor.
Hat Ingwer Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Hier unterscheiden sich die Quellen, weil sie über verschiedene Produkte sprechen. Für Arzneimittel mit Ingwer nennt die EU-Arzneimittelbehörde EMA keine bekannten Wechselwirkungen.
Für Nahrungsergänzungsmittel mit Ingwer weist die Verbraucherzentrale dagegen auf mögliche Wechselwirkungen hin – etwa mit blutzuckersenkenden Medikamenten und mit Mitteln, die die Blutgerinnung hemmen. Sie formuliert vorsichtig: Ingwer senke vermutlich den Blutzuckerspiegel; wer gleichzeitig blutzuckersenkende Medikamente gegen Diabetes nimmt, bei dem könne der Blutzucker möglicherweise zu stark abfallen. Außerdem verlangsame Ingwer möglicherweise die Blutgerinnung. Zusammen mit Medikamenten, die die Blutgerinnung herabsetzen, könne das die Blutungsneigung erhöhen. Als Beispiele nennt die Verbraucherzentrale Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Heparin, Warfarin und Phenprocoumon.
Die beiden Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Produkte. Die EMA hat die Daten zu Ingwer und Blutgerinnung bei ihrer Neubewertung 2025 geprüft: Die Studien dazu seien wenige, klein und methodisch schwach, Fallberichte über Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern wenig überzeugend. Für einen Warnhinweis in der Monografie reichen die Daten laut EMA derzeit nicht aus. Sie schränkt aber ein, dass Ergebnisse aus Studien mit Gesunden nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragbar sind, die Gerinnungshemmer wie Warfarin nehmen. Einzelne in Deutschland vermarktete Ingwer-Arzneimittel weisen in ihren Produktinformationen dennoch auf eine mögliche verstärkte Wirkung von Gerinnungshemmern hin.
Die Verbraucherzentrale betont, dass ein Extrakt in einem Nahrungsergänzungsmittel nicht mit einem Arzneimittelextrakt vergleichbar sein muss. Und anders als bei Arzneimitteln müssen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln nicht über Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen informieren, denn rechtlich sind diese Produkte Lebensmittel. Zur Einordnung: Die Hinweise stehen in einer Übersicht der Verbraucherzentrale mit Seitenstand 17. Juli 2026; der Ingwer-Eintrag selbst trägt kein eigenes Datum und stützt sich auf Fachquellen und Studien aus den Jahren 2011 bis 2014.
Und Ingwer in der Küche, im Tee oder als Shot?
Angaben zu Küchenmengen enthält die Monografie nicht. Auch eine Tageshöchstmenge für Ingwer nennen die von uns ausgewerteten Behördenquellen nicht. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) weist aber darauf hin, dass der scharfe Ingwer bei empfindlichen Schleimhäuten und Mägen reizend wirken kann. Sein Rat: im Zweifel mit kleinen Stücken und sanfter Dosierung anfangen.
Das gilt auch für Tee. Wie du Ingwertee aus frischem Ingwer zubereitest und die Schärfe anpasst, steht in unserem Artikel Ingwertee richtig zubereiten. Bei Ingwer-Shots lohnt ein Blick aufs Etikett: Fertige Shots bestanden in einer Stichprobe der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (2025) zu zwei Dritteln aus Apfel- oder Orangensaft und enthielten durchschnittlich 18 Prozent Ingwer. Bei selbst gemachtem Ingwertee kannst du die Schärfe laut Verbraucherzentrale individuell dosieren. Was Studien zu Ingwer-Präparaten und Gewicht zeigen, liest du in Ingwer und Abnehmen – was die Studien sagen.
Wann solltest du ärztlich oder in der Apotheke nachfragen?
In den meisten Fällen genügt ein Blick auf das Produkt und auf deine eigene Situation. So gehst du vor:
- Produkt einordnen: Prüfe, ob du ein Arzneimittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel vor dir hast. Wie sich die beiden unterscheiden, erklärt Was Ingwer kann – und was nicht. Nur bei Arzneimitteln müssen Hersteller im Beipackzettel über Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen informieren. Die Ingwertinkturen der Monografie werden mit Ethanol, also Alkohol, hergestellt; laut EMA muss die Kennzeichnung darauf hinweisen. Lies bei Arzneimitteln den Beipackzettel deines Präparats: Laut einem Bewertungsbericht der EMA enthalten die Produktinformationen einzelner in Deutschland vermarkteter Ingwer-Arzneimittel zusätzliche Warnhinweise, unter anderem zu einer erhöhten Blutungsneigung, zum Absetzen vor einer geplanten Operation und zu einer verstärkten Wirkung von Gerinnungshemmern.
- Vorher fragen bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme: Nimmst du regelmäßig Medikamente, klärst du Ingwer-Präparate vorher ärztlich oder in der Apotheke ab, besonders bei Blutzuckersenkern oder Gerinnungshemmern.
- Alles erzählen: Die Verbraucherzentrale rät, dass Arztpraxis und Apotheke über alles Bescheid wissen, was du einnimmst, auch über Nahrungsergänzungsmittel. Im Zweifel empfiehlt sie ein Beratungsgespräch in der Apotheke.
- Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder: In der Schwangerschaft sollten Ingwer-Arzneimittel laut EMA vorsorglich möglichst vermieden werden; in der Stillzeit und für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird die Anwendung nicht empfohlen – Ausnahme ist die traditionelle Anwendung bei Reisekrankheit ab 6 Jahren. Für Nahrungsergänzungsmittel mit Ingwer gibt es keine Bewertung der EMA; die Verbraucherzentrale führt für sie Schwangerschaftserbrechen als Gegenanzeige auf, je nach Dosierung auch Kinder unter 6 beziehungsweise unter 18 Jahren. Möchtest du in diesen Situationen ein Ingwer-Präparat nehmen oder einem Kind geben, sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.
- Beschwerden während der Anwendung: Verschlimmern sich Beschwerden während der Anwendung eines Ingwer-Arzneimittels, rät die EMA, ärztlichen oder fachkundigen Rat einzuholen, etwa in der Apotheke. Das gilt laut EMA auch, wenn Beschwerden trotz der Anwendung anhalten: bei Erkältungsbeschwerden länger als eine Woche, bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden oder Appetitlosigkeit länger als zwei Wochen, bei leichten Gelenkschmerzen länger als vier Wochen. Diese Anwendungen gelten als traditionell und beruhen ausschließlich auf langjähriger Erfahrung. Gelenkschmerzen mit Schwellung, Rötung oder Fieber sollten laut EMA ärztlich untersucht werden.
- Bei Überempfindlichkeit: Reagierst du überempfindlich auf Ingwer, wendest du Ingwer-Arzneimittel nicht an.
Einen Überblick über Herkunft, Lagerung und Anbau bietet unser Ingwer-Wiki. Wie sich Ingwer und Kurkuma unterscheiden und was für Kurkuma-Präparate gilt, erklärt Kurkuma und Ingwer – was ist der Unterschied?. Was bei Kurkuma zu beachten ist, steht in Kurkuma: Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und wer vorsichtig sein sollte.
| Punkt | Angabe der EMA-Monografie (Ingwer-Arzneimittel) |
|---|---|
| Häufige Nebenwirkungen | Magenbeschwerden, Aufstoßen, Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, Übelkeit (bei 1 bis unter 10 von 100 Behandelten) |
| Weitere Nebenwirkung | Überempfindlichkeitsreaktionen (Häufigkeit nicht bekannt) |
| Gegenanzeige | Überempfindlichkeit gegen Ingwer |
| Wechselwirkungen | keine bekannt |
| Schwangerschaft | keine Hinweise auf Fehlbildungen oder Schäden beim Kind (300 bis 1.000 Schwangerschaften); vorsorglich möglichst vermeiden |
| Stillzeit | nicht empfohlen |
| Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren | nicht empfohlen; Ausnahme: traditionelle Anwendung bei Reisekrankheit ab 6 Jahren |
| Fahrtüchtigkeit | kein oder vernachlässigbarer Einfluss |
| Überdosierung | kein Fall berichtet |
| Küchenmengen | keine Angaben |
Häufige Fragen
Wie viel Ingwer kann ich täglich essen?
Für Ingwer in der Küche nennen die von uns ausgewerteten Behördenquellen keine Tageshöchstmenge. Das BZfE weist darauf hin, dass scharfer Ingwer empfindliche Schleimhäute und Mägen reizen kann – im Zweifel mit kleinen Mengen beginnen.
Ist jedes Ingwer-Präparat ein Arzneimittel?
Nein. Ingwer steckt auch in Nahrungsergänzungsmitteln; die Verbraucherzentrale führt ihn in ihrer Übersicht zu deren Inhaltsstoffen. Nur Arzneimittel müssen per Beipackzettel über Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen informieren. Laut Verbraucherzentrale muss ein Extrakt in einem Nahrungsergänzungsmittel zudem nicht mit einem Arzneimittelextrakt vergleichbar sein.
Beeinträchtigt Ingwer die Fahrtüchtigkeit?
Laut EMA hat Ingwer keinen oder nur einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen. Die Angabe bezieht sich auf Ingwer-Arzneimittel.
Ingwer-Arzneimittel können häufig den Magen verstimmen; Wechselwirkungen nennt die EMA für sie keine. Bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Ingwer hält die Verbraucherzentrale Wechselwirkungen mit Blutzuckersenkern und Gerinnungshemmern für möglich. Nimmst du regelmäßig Medikamente, klärst du Ingwer-Präparate vorher ärztlich oder in der Apotheke ab. In Schwangerschaft und Stillzeit meidest du vorsorglich Ingwer-Arzneimittel; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren werden sie – außer bei Reisekrankheit ab 6 Jahren – nicht empfohlen. In der Küche fängst du bei empfindlichem Magen mit kleinen Stücken an.
Quellen & Grundlagen
- EMA — European Union herbal monograph on Zingiber officinale Roscoe, rhizoma, Revision 1 (07.05.2025)
- EMA — Assessment report on Zingiber officinale Roscoe, rhizoma, Revision 1, EMA/HMPC/765220/2022 (07.05.2025)
- Verbraucherzentrale — Wechsel- und Nebenwirkung, Gegenanzeige – was Nahrungsergänzung verschweigt (Seitenstand 17.07.2026; Ingwer-Eintrag ohne eigenes Datum)
- BZfE — Ingwer – die scharfe Knolle (28.01.2026)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz — Ingwershots: Wenig Ingwer, viel Saft und Zucker (11.02.2025, geändert 26.08.2026)
Stand: 2026. Alle Angaben nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Erstellung.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI recherchiert und entworfen. Die Abnahme erfolgte durch einen Menschen („Human in the Loop“).


